Neue Netze für neue Energien

Stromnetze

Grundlage für Wachstum und Wohlstand

Die sichere Verfügbarkeit von elektrischer Energie im Alltag ist für uns selbstverständlich. Sie wird gewährleistet durch eine stabile, in Jahrzehnten gewachsene Energieinfrastruktur - dem komplexen Zusammenspiel aus Kraftwerken, Transformatoren, Speichern und Leitungen. Eine stabile Energieversorgung ist für Deutschland als eine der führenden Industrienationen unverzichtbar. Sie ist die Grundlage für Wachstum und Wohlstand.

Die Basis der Energieinfrastruktur ist das Stromnetz, das sich in mehrere Spannungsebenen unterteilt. Niederspannungsnetze schließen kleine lokale Stromabnehmer wie Einzelhaushalte an. Auf der regionalen Ebene wird der Strom über Mittelspannungsnetze verteilt, zu den Abnehmern gehören größere Verbraucher, wie zum Beispiel Unternehmen. Das Rückgrat der Energieinfrastruktur bilden die Übertragungsnetze.
Sie sind die „Stromautobahnen“ der Republik und transportieren auf der Höchstspannungsebene mit 220 und 380 Kilovolt große Strommengen direkt von den Kraftwerken über weite Distanzen zu den Verteilungsnetzen in den Regionen. Darüber hinaus verbinden die Übertragungsnetze das deutsche Stromnetz mit dem der Nachbarländer und ermöglichen so den länderübergreifenden Energieaustausch in Europa.

 

© 50Hertz
Neue Wege in der Energieversorgung

Deutschland geht neue Wege in der Energiepolitik. Der schnelle Ausstieg aus der Atomkraft und der beschleunigte Einstieg in die erneuerbaren Energien wurde im August 2011 von Bundestag und Bundesrat beschlossen. Das aktuelle Atomgesetz sieht bis 2022 einen kompletten Ausstieg aus der Atomkraft vor. Bis 2050 sollen 80 % des nationalen Energiebedarfs durch erneuerbare Energien abgedeckt werden. Die Neugestaltung der deutschen Energielandschaft hat damit bereits begonnen. Sie ist eine gesamtgesell-schaftliche Aufgabe: Politik, Wirtschaft und Bürger sind auf dem Weg zu einer klimafreundlichen und nachhaltigen Energieversorgung gemeinsam gefordert.

Neue Netze für neue Energien

Die Energiewende wird die deutsche Energielandschaft in den kommenden Jahrzehnten auch technologisch tiefgreifend verändern. Neue Hochtechnologien für Erzeugung, Verteilung und Verbrauch werden das Bild bestimmen. Die Stromnetze haben bei der Neugestaltung dieser Energielandschaft eine Schlüsselfunktion. Der Ausbau und der Einsatz alternativer Energien stellen neue Anforderungen an die Stromnetze. Die Solarzellen auf dem Dach, die Biogasanlagen der landwirtschaftlichen Betriebe und die Windparks an Land und auf dem Meer machen die Strominfrastruktur der Zukunft wesentlich vielfältiger als die heutige. Dabei müssen die stark fluktuierenden Einspeisungen von Wind und Sonnenenergie jederzeit ausgeglichen werden können. Neue Speichertechnologien kommen zum Einsatz und intelligente Kommunikations-
technologien sorgen für die optimale Balance zwischen Erzeuger, Speicher und Verbraucher.

Damit hohe Netzstabilität und Versorgungssicherheit weiter gewährleistet bleiben, sind die Modernisierung und der Ausbau der Stromnetze notwendig. Ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Netz muss stärker, flexibler und schneller sein als das heutige. Das aktuelle Übertragungsnetz muss fit gemacht werden für das neue Energiezeitalter.

Die Übertragungsnetzbetreiber – Verantwortung für zukunftsfähige Netze

Für die Modernisierung und den Ausbau der Hoch- und Höchstspannungsnetze in Deutschland sind die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW verantwortlich. Die Übertragungsnetz-
betreiber planen und warten das Höchstspannungsnetz und regeln den Netzbetrieb. Sie bringen das Know-how und die Erfahrung für einen sicheren Netzausbau mit.