Übertragungsnetzbetreiber

Die Übertragungsnetzbetreiber: Verantwortlich als Experten für Versorgungssicherheit 

Die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW sind in Deutschland verantwortlich für das Übertragungsnetz zur überregionalen Versorgung und Übertragung im Höchstspannungsbereich.  Die Sicherheit der Stromversorgung zu gewährleisten, ist ein gesellschaftlicher Auftrag. Er ist in § 11 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) verankert und lautet, ein „sicheres, zuverlässiges und leistungsfähiges Energieversorgungsnetz diskriminierungsfrei zu betreiben, zu warten und bedarfsgerecht zu optimieren, zu verstärken und auszubauen.“ Konkret bedeutet dies: Als Verantwortliche für ein sicheres und stabiles deutsches Energieversorgungssystem müssen die ÜNB den überregionalen Stromaustausch störungsfrei gewährleisten. Sie müssen dafür sorgen, dass Erzeugung und Verbrauch des Stroms sich jederzeit im Gleichgewicht befinden und damit Systemstabilität sichergestellt ist.

 

Mehr zu den Aufgaben der vier Übertragungsnetzbetreiber finden Sie auf folgenden Webseiten:

Die Energiewende: neue Herausforderungen an die Energieinfrastruktur

Die Energiewende stellt große Herausforderungen an die Höchstspannungsnetze. Grund dafür ist: Der beispielsweise aus Windenergieanlagen gewonnene Strom übersteigt in einigen Regionen Deutschlands die Netzkapazitäten. Dieser wird oftmals weit entfernt von Verbrauchsschwerpunkten produziert und muss entsprechend verteilt werden. Auch bei dem durch Sonnenergie oder Biomasse erzeugten Strom ist das häufig der Fall. Der Anteil des aus erneuerbaren Energien gewonnenen Stroms wird in Zukunft noch größer werden. Deshalb steigt der Ausbaubedarf der Stromnetze in den kommenden Jahren stark an.

Die Energiewende verändert die Energieinfrastruktur folglich nachhaltig. In den nächsten Jahren wird die zentrale Aufgabe der Übertragungsnetzbetreiber daher sein, die deutsche Energieinfrastruktur mit ihren effizienten und umweltschonenden Übertragungstechnologien zukunftsfähig zu machen.

Die Übertragungsnetzbetreiber bringen das Know-how und die Erfahrung für einen sicheren Netzausbau mit. Sie planen und warten das Höchstspannungsnetz, regeln den Netzbetrieb und sind verantwortlich für den sicheren Betrieb des gesamten elektrischen Systembetriebs. Mit ihrer Arbeit leisten sie einen wesentlichen Beitrag dazu, dass die Stromversorgung der Zukunft den Zielen der Versorgungssicherheit, der Wirtschaftlichkeit und des Klimaschutzes gleichermaßen dient. Die ÜNB sind damit zentrale Akteure bei der Integration von Strom aus erneuerbaren Energien in die deutsche Netzinfrastruktur.

Die zukunftsfähige Energieinfrastruktur: ein gesamtgesellschaftliches Projekt 

Diesen Weg zur zukunftsfähigen Strominfrastruktur gehen die Übertragungsnetzbetreiber mit weitreichender Unterstützung von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Bürgern. Nur so gelingt die erfolgreiche Entwicklung einer modernen Energieinfrastruktur als gesamtgesellschaftliches Projekt. Dazu gehört ein breit angelegter Dialog als Grundlage für eine gesellschaftliche Akzeptanz.      

Die Übertragungsnetzbetreiber tragen auf diesem Weg eine besondere Verantwortung. Während des Planungsprozesses gewährleisten sie dabei größtmögliche Transparenz, Information und Partizipation.

Das Übertragungsnetz

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Die vier Übertragungsnetzbetreiber

Die ÜNB planen und warten das Höchstspannungsnetz und regeln den Netzbetrieb. Sie bringen das Know-how und die Erfahrung für einen sicheren Netzausbau mit. Damit sind sie verantwortlich für die Sicherheit und Stabilität des deutschen Energieversorgungssystems. Das heißt, sie müssen den überregionalen Stromaustausch über ihre Leitungen störungsfrei gewährleisten und dafür sorgen, dass sich Erzeugung und Verbrauch zu jeder Zeit im Gleichgewicht befinden. Die deutsche Energieinfrastruktur mit zeitgemäßen, effizienten und umweltschonenden Übertragungstechnologien zukunftsfähig zu machen, wird daher in den nächsten Jahrzehnten die zentrale Aufgabe der vier Übertragungsnetzbetreiber sein.

Amprion GmbH

In sieben Bundesländern - von Niedersachsen bis zum Saarland und weiter bis an die Grenze zu Österreich und der Schweiz: Mit rund 11.000 km betreibt Amprion vom Unternehmenssitz in Dortmund aus das längste Höchstspannungsnetz Deutschlands. In einem Netzgebiet von 73.100 km² versorgt Amprion 27 Millionen Einwohner mit Energie - rund um die Uhr. Fast 1.100 Mitarbeiter setzen sich an zahlreichen Standorten dafür ein, eine stabile, sichere und wirtschaftlich gerechte Stromversorgung zu gewährleisten.

Bis 2025 wird Amprion fast 10 Milliarden Euro in sein Übertragungsnetz investierten. Hauptanteilseigner sind deutsche Finanzinvestoren aus der Versicherungswirtschaft und Pensionskassen. Einen Minderheitsanteil hält die RWE AG.

Amprion befindet sich durch seine zentrale Lage in einer wichtigen Position auf dem Strommarkt. Über die Grenzen des eigenen Netzgebiets hinaus spielt Amprion eine bedeutende Rolle: Von den Unternehmensstandorten in Dortmund und Brauweiler bei Köln aus erfüllt das Unternehmen wichtige Funktionen in der Koordination der vier deutschen Regelzonen sowie im Bereich des internationalen Stromtransports. Amprion unterhält Kuppelleitungen zu neun ausländischen Übertragungsnetzbetreibern und kann damit die Wünsche europäischer Stromhändler mit höchster Transportsicherheit erfüllen. Diese Kapazitäten werden in den kommenden Jahren weiter wachsen.

50Hertz Transmission

Mehr als 40 Prozent der installierten deutschen Windenergieleistung kommen aus dem Netzgebiet von 50Hertz. Somit ist das Unternehmen nicht nur verantwortlich für die Stromversorgung von 18 Millionen Menschen, sondern auch für eine der größten Stromexportregionen Europas und ist Integrationsweltmeister für Strom aus erneuerbaren Energien.

Bei 50Hertz sind von acht Standorten aus rund 900 Mitarbeiter damit beschäftigt, für eine konstante Stromversorgung in ihren Regionen zu sorgen. Das Netzgebiet von 50Hertz erstreckt sich mit 109.360 km² über Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Vom Transmission Control Centre in Neuenhagen bei Berlin aus wird das 9.980 km lange Netz gesteuert und überwacht. Der Unternehmenssitz ist in Berlin. 50Hertz ist verantwortlich für den Netzanschluss der deutschen Windparks in der Ostsee. Der erste kommerzielle Offshore-Windpark in der Ostsee, EnBW Baltic 1, ist seit Mai 2011 offiziell in Betrieb.

Anteilseigner von 50Hertz sind der belgische Übertragungsnetzbetreiber Elia und der australische Infrastrukturfonds IFM Investors. 50Hertz ist Teil der internationalen Elia-Gruppe.

TenneT TSO

Von der dänischen Grenze bis zu den Alpen: Auf 140.000 km², rund 40 Prozent der Fläche Deutschlands, verlassen sich mehr als 20 Millionen Einwohner auf die Stromversorgung durch die TenneT TSO GmbH. Der TenneT-Konzern führt das Wissen und die Innovationskraft aus zwei Nationen zusammen: Seit Oktober 2010 ist die TenneT TSO GmbH die deutsche Tochter des niederländischen Übertragungsnetzbetreibers TenneT. Als erster grenzüberschreitender Übertragungsnetzbetreiber Europas verbindet der Konzern die Stromleitungen zwischen Deutschland und den Niederlanden und bemüht sich in der internationalen Zusammenarbeit um Know-how-Transfer - insbesondere im Offshore-Bereich.

10.700 km Höchstspannungsnetz werden von der TenneT TSO und ihren mehr als 2.900 Mitarbeitern betrieben, gewartet und weiterentwickelt. Das Netzgebiet erstreckt sich von Schleswig-Holstein, durch Niedersachsen und Hessen bis nach Bayern. Die Unternehmensleitung agiert von Bayreuth aus, weitere Betriebszentren befinden sich in Lehrte bei Hannover und in Bamberg. Die Überwachung der Stromnetze geschieht in den Schaltleitungen, die in Lehrte und Dachau, nahe München, angesiedelt sind. Hier werden Lastfluss- und Netzsicherheitsrechnungen sowie Strombedarfsprognosen erstellt. Diese sind die Grundlage für den sicheren Stromtransport quer durch Deutschland und eine stabile Netzfrequenz.

Die TenneT Offshore GmbH, ein Schwesterunternehmen, befasst sich mit allen Belangen der Anschlussleitungen auf See, während die TenneT TSO die Übertragung auf dem Land sichert.

TransnetBW

Rund 600 Mitarbeiter der TransnetBW GmbH behalten jeden Tag mehr als 3.200 km Höchstspannungsnetz auf über 34.600 km² im Blick. Die TransnetBW GmbH betreibt das Übertragungsnetz in Baden-Württemberg, das über zahlreiche Kuppelstellen in das nationale und europäische Verbundnetz integriert ist. An den Regelzonengrenzen ist es direkt mit den Netzen innerhalb Deutschlands sowie mit Frankreich, Österreich und der Schweiz verbunden.

Sitz der Unternehmenszentrale ist Stuttgart. Das eigentliche Herzstück des Unternehmens aber liegt in Wendlingen, nahe Stuttgart. Die Hauptschaltleitung der TransnetBW ist eine der modernsten Europas. Von dort realisiert das Unternehmen auch den bundesweiten Belastungsausgleich für die aus Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen gewonnene Strommenge.