Hintergrundmaterial

Das Ergebnis der Marktsimulation für das jeweils betrachtete Szenario ist ein Eingangsdatum für die Netzberechnungen, die zur Identifikation von Engpässen und zur Überprüfung der Wirksamkeit von Maßnahmen zur Beseitigung dieser Engpässe durchgeführt werden. Weitere Eingangsdaten sind die für die Marktsimulationen aufbereiteten Zeitreihen der Stromnachfrage und der Einspeisung aus erneuerbaren Energien je Netzknoten in Deutschland und je Marktgebiet außerhalb Deutschlands. Über eine normierte Schnittstelle werden die Markt- und weiteren Eingangsdaten als Mittelwert über jede Stunde und für jeden Netzknoten automatisiert an das Netzberechnungsprogramm übergeben.

Ausland
Für jedes europäische Marktgebiet weist die Marktsimulation für jede Stunde des betrachteten Szenarios die Stromnachfrage, die kraftwerks- bzw. marktgebietsscharfen Erzeugungsleistungen und die Austauschleistungen mit anderen Marktgebieten aus. Die Stundenmittelwerte der Stromnachfrage je Marktgebiet werden jeweils auf ihren höchsten auftretenden Wert normiert. Die  normierten Werte je Marktgebiet und Stunde dienen als Mul­tiplikationsfaktor für die im Netzmodell knotenscharf vorhandenen Verbrauchsleistungen. Daneben werden dem Netzmodell kraftwerksscharfe bzw. je Marktgebiet aggregierte Einspeisezeitreihen übergeben.

Verbrauch und Erzeugung in jedem Marktgebiet werden zu einer zeitpunktscharfen Bilanz zusammengefasst, die in den Netzberechnungen zwingend eingehalten wird. Die Verlustleistung des modellierten Netzes jedes Marktgebietes wird über die Variation der Erzeugungsleistung im Rahmen der Netzberechnungen ausgeglichen. Verbindungen zwischen zwei Marktgebieten über Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen werden im Marktmodell und im Netzmodell als steuerbar modelliert. Damit werden die über diese Verbindungen im Marktmodell ermittelten Leistungsflüsse direkt in das Netzmodell übernommen, während sich die Austauschleistungen im vermaschten Drehstromnetz erst im Laufe der Netzberechnungen ergeben.

Stromnachfrage
Für die Verwendung in den Netzberechnungen für das deutsche Übertragungsnetz wird die deutsche Endverbraucherlastzeitreihe regional aufgeschlüsselt (siehe ausführliche Fassung des Kapitel 2, 2.6.2.1 unter www.netzentwicklungsplan.de/ZUe). Der Stromverbrauch zu einem Zeitpunkt wird dann über im Netzmodell hinterlegte Höchstlasten knotenscharf abgebildet.

Konventionelle Kraftwerke
Für die konventionellen Kraftwerke in Deutschland und größtenteils im Ausland liegen aus den Marktsimulationen stündlich aufgelöste Einspeiseleistungen vor. Somit kann die Leistung der im Netzmodell als Netzeinspeisungen oder Generatoren modellierten Kraftwerke eingestellt werden. Die Einhaltung der minimalen und maximalen Leistung jedes Kraftwerks wird dabei im Netzberechnungsprogramm gewährleistet.

Erneuerbare Energien
Die in den Marktsimulationen als Eingangsgröße verwendete Summenzeitreihe aller Einspeisungen aus erneuerbaren Energien in Deutschland resultiert aus knotenscharf ermittelten Zeitreihen des regional unterschiedlichen Einspeiseverhaltens am jeweiligen Netzverknüpfungspunkt. An das Netzmodell werden für Wind onshore und offshore sowie Photovoltaik die Einspeiseleistungen je Zeitpunkt und Netzknoten direkt übergeben. Für andere erneuerbare Energien werden normierte Zeitreihen zur Skalierung der im Netzmodell abgebildeten installierten Leistungen übergeben.

Die Leistungen der erneuerbaren Energien werden in einzelnen Szenarien um die Summe der „Dumped Power“ reduziert, um das Leistungsgleichgewicht einhalten zu können (vgl. Kapitel 3.2.4).