Offshore-Netzentwicklung

Offshore-
Netzentwicklung

Die zuvor im Offshore-Netzentwicklungsplan (O-NEP) getroffenen Festlegungen werden nach Vorgabe des Gesetzgebers teilweise durch die im Netzentwicklungsplan (NEP) und teilweise durch die im Flächenentwicklungsplan (FEP) getroffenen Festlegungen abgelöst.

Der FEP wird durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erstellt. Die Übertragungsnetzbetreiber erarbeiten den NEP. Damit bilden beide Dokumente zusammen mit den raumordnerischen Planungen der Küstenländer ein zusammenhängendes und aufeinander abgestimmtes Planwerk.

Auf dieser Seite finden Sie kompakte Informationen zu folgenden Themenfeldern:

  • Basisinformationen zur Offshore-Netzentwicklung: Wie kommt die Offshore-Windenergie ins Stromübertragungsnetz?
  • Besonderheiten und Herausforderungen Offshore-Netzentwicklung: Das Zusammenspiel von Flächenentwicklungsplan FEP und NEP
  • Offshore-Netzentwicklung im NEP 2030 (2019): Zahlen, Daten, Fakten

Wie kommt die Offshore-Windenergie ins Übertragungsnetz?

Auf See (offshore) weht der Wind besonders beständig und stark. Zudem sind Offshore-Windanlagen aufgrund deutlich höherer Volllaststunden doppelt so ertragreich wie vergleichbare Anlagen an Land. Nicht zuletzt deshalb wächst der Anteil von Offshore-Strom im deutschen Energiemix kontinuierlich.

Die Aufgabe der Übertragungsnetzbetreiber ist dabei die Einspeisung der auf See (offshore) erzeugten Windenergie in das landseitige Stromübertragungsnetz (onshore). In der Nordsee kommt dabei die Gleichstromtechnologie (DC) auf Hochspannungsebene zum Einsatz. In der Ostsee wird im Vergleich zur Nordsee eine geringere Leistung über kürzere Entfernungen übertragen. Bedingt durch wechselnde Rahmenbedingungen wie zum Beispiel umweltfachliche Restriktionen oder vorhandene Trassenräume stellt hier sowohl die AC-Technologie als auch die DC-Technologie ein technisch und wirtschaftlich effizientes Übertragungskonzept dar.

Der Planungsprozess zukünftiger Offshore-Anbindungssysteme wird im Flächenentwicklungsplan (FEP) und im Netzentwicklungsplan (NEP) abgebildet. FEP und NEP stehen dabei in einer Art Schnittstellenverhältnis. Vereinfacht gesagt werden im FEP vor allem Details der Erzeugung (offshore) geregelt, während beim NEP die technischen Aspekte des Stromtransports und der Einspeisung ins Übertragungsnetz (onshore) im Fokus stehen.

FEP & NEP

Mehr Informationen zum Verhältnis von FEP und NEP finden Sie unter der Rubrik FEP & NEP.

Das Zusammenspiel von Flächenentwicklungsplan (FEP) und Netzentwicklungsplan Strom (NEP)

Die bisher im Offshore-Netzentwicklungsplan (O-NEP) getroffenen Festlegungen werden nach Vorgabe des Gesetzgebers teilweise durch die im Flächenentwicklungsplan (FEP) und teilweise durch die im Netzentwicklungsplan (NEP) getroffenen Festlegungen abgelöst. Damit bilden NEP und FEP zusammen ein kohärentes und miteiander verzahntes Plansystem.

Gegenstand des FEP ist dabei die räumliche und zeitliche Planung der Gebiete für Offshore-Windenergie und Stromleitungen in der Nord- und Ostsee. Dabei werden u. a. Flächen definiert sowie die darin voraussichtlich zu installierende Leistung. Auch die Standorte von Konverterplattformen, Sammelplattformen und Umspannanlagen werden im FEP ausgewiesen. Zusätzlich wird bestimmt, in welchem Kalenderjahr die geplanten Windenergieanlagen auf See und die entsprechenden Offshore-Netzanbindungssysteme in Betrieb gehen werden.

Der NEP leistet vor allem die grundsätzliche Darstellung von Lösungen für die Erschließung von Nord- und Ostsee zur Abführung der Windenergie unter den aktuellen technischen wie rechtlichen Randbedingungen. Konkret werden bspw. Netzverknüpfungspunkte (NVP) für die Offshore-Netzanbindungen identifiziert. Zudem werden im NEP anderweitige Planungsmöglichkeiten (bspw. Technologiekonzepte, Ausbauszenarien oder alternative Netzverknüpfungspunkte) für den Ausbau der Offshore-Anbindungsleitungen erörtert.

Zum ersten Entwurf überschneidet sich der FEP zeitlich mit dem NEP 2030 (2019). Ersterer wird Ende Juni 2019 und damit erst nach Vorlage sowohl des ersten als auch des zweiten Entwurfes des NEP 2030 (2019) vorliegen. Daher fließt in den vorliegenden ersten Entwurf des NEP lediglich der aktuelle Verfahrensstand des FEP ein. Deshalb können die Übertragungsnetzbetreiber den vorliegenden ersten Entwurf des NEP nur in Bezug auf den aktuellen Verfahrensstand des FEP erstellen.

 

Zahlen, Daten, Fakten

Der NEP wird auf Basis des von der BNetzA genehmigten Szenariorahmens erstellt und berücksichtigt die Annahmen des derzeit vorliegenden Entwurfs zum Flächenentwicklungsplan (FEP). Abweichend zum Entwurf des FEP sieht der Szenariorahmen einen Ausbau der Windenergie auf See in Höhe von 17 GW in den Szenarien B 2030 und C 2030, von 20 GW im Szenario A 2030 sowie von 23,2 GW im Szenario B 2035 vor.

Ausbauvolumen Offshore-Netzanbindungen

Für das Zubau-Offshorenetz ergibt sich aus den Kapazitäten des genehmigten Szenariorahmens – aufbauend auf dem Offshore-Startnetz – eine Länge von 1.924 km in den Szenarien B 2030 und C 2030 bei einer Übertragungsleistung von rund 6,4 GW, von etwa 2.919 km im Szenario A 2030 bei einer Übertragungsleistung von rund 9,8 GW und von 3.439 km für den Ausblick im Szenario B 2035 bei einer Übertragungsleistung von rund 12,1 GW. Die entsprechenden Netzverknüpfungspunkte an Land wurden ermittelt.

Ergänzend wurde eine Variante unter Berücksichtigung der Gebiete im Ostsee-Küstenmeer geprüft. Die Ergebnisse der "Sensitivität Berücksichtigung Küstenmeer" zeigen, dass eine Steigerung der Einspeisung aus Offshore-Windenergie in der Ostsee gegenüber der Annahme im Szenariorahmen um 1 GW durch die geplante Netzinfrastruktur aufgenommen werden kann. Dadurch ergibt sich eine zusätzliche Flexibilität beim politischen Ausbauziel für die Offshore-Windenergie in 2030 in einer Bandbreite von 17 bis 20 GW.

Investitionsvolumen Offshore-Netzanbindungen

Für die Szenarien B 2030 und C 2030 beträgt das geschätzte Investitionsvolumen für das deutsche Offshorenetz bis 2030 rund 18 Mrd. €. A 2030 erfordert aufgrund des Ausbaupfades von 20 GW höhere Investitionen von etwa 24 Mrd. €.

Die installierten Leistungen und somit die Kosten in den Szenarien für 2030 gehen dabei über den gesetzlichen Ausbaupfad und den Entwurf des FEP hinaus. Für das Szenario B 2035 beträgt das geschätzte Investitionsvolumen rund 27 Mrd. €. Die Investitionen in die Ausbaumaßnahmen des Start-Offshorenetzes in Höhe von rund 8 Mrd. € sind hierin jeweils berücksichtigt.

 

Zum Nachlesen

Das Vorgehen zur Ermittlung der Trassenlänge finden Sie im Hintergrundmaterial zum NEP 2030 (2019).