| E.DIS Netz GmbH | NEP

E.DIS Netz GmbH, Langewahler Straße 60, 15517 Fürstenwalde/Spree

Stellungnahme zum 1. Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 (2025)

sandro.knoblich@e-dis.de
Unser Zeichen: NAAR-SK

Sehr geehrte Damen und Herren,
die E.DIS Netz GmbH (E.DIS) sieht die Transformation der Energiewirtschaft und insbesondere den erforderlichen Netzausbau als gemeinschaftliche Aufgabe und beteiligt sich gern an der öffentlichen Konsultation des 1. Entwurfs des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 (Version 2025) (NEP).

Datum
13. Januar 2026

Im Folgenden beziehen wir unsere Ausführungen auf die Szenarien als Eingangsparameter für die Netzanalysen, die Ergebnisse der Netzanalysen sowie die gemeinsamen Netzschnittstellen mit dem vorgelagerten Übertragungsnetz.

Dimensionierung der Szenarien und Regionalisierung
In der Konsultation zum Szenariorahmen haben wir uns eingebracht. Den durch die Bundesnetzagentur genehmigten Szenariorahmen sehen wir grundsätzlich als gesetzt an. Der aufgespannte Szenarientrichter zeigt eine plausible Anzahl an wahrscheinlichen Entwicklungspfaden auf, die darauf aufbauend eine robuste Netzentwicklung ermöglichen. Die Bandbreite der Zubaupfade unter Berücksichtigung der politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Methodik zum Zubau und der Regionalisierung sehen wir grundsätzlich als sachgerecht an. Gleichwohl beschreiben unsere Prognosen insbesondere zur Erzeugung teilweise andere Entwicklungen.
E.DIS als Teil der Planungsregion Ost entwickelt mit den beteiligten Verteilnetzbetreibern seit 2023 ein Regionalszenario. Sowohl im Regionalszenario 2023 als auch in der aktuellen Version 2025 wurde das Szenario B des jeweiligen Netzentwicklungsplanes als Leitplanke verwendet. Neben der Berücksichtigung weiterer gesetzlicher und politischer Ziele, fließen maßgeblich lokale und regionale Informationen ein. Durch diese Bottom-up-Methode sehen wir eine realistischere und dezidiertere Entwicklung und Regionalisierung von Erzeugung und Lasten.
Insbesondere beim Zubau von Windenergie- und PV-Freiflächenanlagen sind die reale Antragslage und die konkreten Kundenvorhaben wesentlichen Eingangsparameter für die Modellierung des Zubaus. So erklären sich die teilweise signifikanten Abweichungen, z.B. bei PV-Freiflächenanlagen in den Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern: NEP (2023) 24-42 GW vs. ca. 58-63 GW in den Regionalszenarien der Planungsregion Ost.

Des Weiteren sehen wir durch die Methodik einen zeitlichen Versatz der Szenarien, Unterschiede bei den neuen Verbrauchern Elektromobilität und Wärmepumpen, sowie bei den Großverbrauchern und Rechenzentren. Bei der Erstellung des Netzausbauplanes werden die jeweils aktuellen Projekte unter Anwendung von Realisierungswahrscheinlichkeiten berücksichtigt.
Die oben aufgeführten Unterschiede in den Methodiken, der Regionalisierung sowie abweichenden Prognosezeitpunkten und -zeiträume führen zu abweichenden Entwicklungspfaden und unterschiedlichen Eingangsparametern für die nachfolgenden Netzanalysen und dem resultierenden Netzausbaubedarf.

Engpassmanagement nach Netzausbau
Die Netzanalysen und die daraus abgeleiteten Netzentwicklungsmaßnahmen im Netzentwicklungsplan sehen gegenüber dem NEP 2037/2045 (Version 2023) einen steigenden Engpassmanagementbedarf von 15-30 %. Dieser Bedarf ergibt sich aus den Analysen und dem Maßnahmensetting, das Netz nicht für die letzte Kilowattstunde auszubauen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht zeigt diese Betrachtung in die richtige Richtung.
Im Netzausbauplan der Verteilnetzbetreiber ist diese Möglichkeit nicht gegeben. Hier sieht der Gesetzgeber vor, ein engpassfreies Netz unter Berücksichtigung des vorangestellten Regionalszenarios bis zum Zieljahr 2045 zu entwickeln.
Durch die voneinander abweichenden Methodiken bei der Entwicklung der Netze, als auch durch den unterschiedlichen Umgang mit einem Redispatchbedarf im Jahr 2045, kann es z. B. zu Differenzen bei der Ausgestaltung von Netzschnittstellen zwischen Übertragungsnetz- und Verteilnetzbetreiber kommen.

Netzschnittstellen
Im vorliegenden Begleitdokument „Punktmaßnahmen“ sind der Aus- bzw. Neubau von einer Anzahl Netzschnittstellen zwischen E.DIS und 50Hertz aufgeführt. Die Entwicklung der bestehenden bzw. neuen Netzschnittstellen resultieren aus konkreten Entwicklungen im Verteilnetz sowie aus den Prognosen des Regionalszenarios und den daraus ermittelten Ausbaubedarfen des Netzausbauplanes 2024.
Die Aufstellung der Punktmaßnahmen im 1. Entwurf des vorliegenden NEP spiegeln nicht den gesamten Bedarf aus dem Netzausbauplan Strom 2024 wider. Folgende Netzschnittstellen wurden im ersten Entwurf des NEP nicht oder nur teilweise berücksichtigt:

Altentreptow/Süd

Reinshagen

Darze

Ponitz

Grüntal/Finow

Hohenwalde

Briesen/Mark

Mittenwalde-Schenkendorf

Köselitz

Klingendorf

Göhlsdorf

E.DIS erstellt derzeit den Netzausbauplan 2026 - Grundlage dafür ist das Regionalszenario 2025 vom 31.12.2025. Die Analysen werden unter Berücksichtigung der weiterentwickelten Prognoseannahmen die im vergangenen Netzausbauplan definierten Maßnahmen im Verteilnetz und an den Schnittstellen zum Höchstspannungsnetz auf den Prüfstand stellen und ggf. Anpassungen bestimmen. Die Ergebnisse des Netzausbauplanes werden am 31. Oktober 2026 veröffentlicht. Den im Ergebnis dargestellten notwendigen Ausbaubedarf an den Netzschnittstellen werden wir in die Konsultation zum zweiten Entwurf des NEP einbringen. Parallel entwickeln die beteiligten Netzbetreiber E.DIS und 50Hertz in bilateralen Gesprächen die vereinbarten und geplanten Netzschnittstellen weiter.

Gerne stehen wir Ihnen im weiteren Verlauf des Prozesses für einen fachlichen Austausch zur Verfügung.
Freundliche Grüße
E.DIS Netz GmbH