| Bürgerenergie Thüringer Vogtland n.e.V. | NEP
Dr. Rogert Bankwitz
BürgerEnergie Thüringer Vogtland n.e.V.
Sehr geehrte Damen und Herren,
den heutigen technischen Möglichkeiten entspricht ein völlig anderes Netzdesign.
Im Interesse wirtschafts- und sozialverträglicher Stromkosten begrüßen wir die Umsetzung von uns schon lange geforderter Lückenschlüsse zur Hebung von Übertragungskapazitäten (insbesondere im 50-Hertz-Netz) und die ansonsten sehr deutliche Reduzierung einer Netzerweiterung, insbesondere eines überbordenden HGÜ-Zubaues. Leider werden die bereits begonnen HGÜ-Vorhaben nicht wenigstens von Erdkabeln auf Freileitungen umgestellt. Begründet wurden die HGÜ-Vorhaben als zwingende Voraussetzung für die Abschaltung der Kernreaktoren, was erwiesener Maßen falsch ist.
Aus explodierenden Kosten und stark sinkenden Vollaststunden von offshore-Windkraft müssen weitergehende Konsequenzen gezogen werden. Wir hatten bereits in der Vergangenheit angemahnt, dass offshore Windkraft nur vertretbar ist, wenn sie sich wirtschaftlich selbst trägt, z.B. durch direkte Nutzung wie Wasserstofferzeugung. Für den Ballungsraum Rhein-Ruhr könnte offshore-Windkraft eventuell eine Option sein, für Süddeutschland jedenfalls nicht. Mit den jetzt erreichten Nabenhöhen von WKA und bereits absehbaren 250 – 300 m Nabenhöhe kann und muss die Windkraft dort ausgebaut werden, wo der Strombedarf ist und nicht ein unsinniger Netzausbau.
Selbstverständlich ist ein starkes Übertragungsnetz für den Technologiewandel der Stromerzeugung von großem Vorteil, aber nicht zwingend. Für die Einspeisung relativ lastnaher Großkraftwerke wurde seinerzeit das 220/ 380 kV Netz notwendig. Und das europäische Verbundnetz ist das stabilste Netz der Welt. Allerdings schwindet mit dem sehr dynamischen Zubau von verzögerungsfreien Speichern (Batterien) und lastnahen Backup-Kraftwerken die Bedeutung des Höchstspannungsnetzes für die Systemstabilität. Das Argument für HGÜ-Verbindungen ist Vermeidung von Redispatch durch gezielte großräumige Übertragung. Ausgleich regionaler Erzeugungsüberschüsse mit regionalen ungedeckten Lastbedarfen zwischen sich durch Speicher selbst stabilisierenden autonomen Netzen niedrigerer Spannungsebenen kann zeitlich entkoppelt mittels Punkt zu Punkt geschalteter (AC oder DC) Höchstspannungsleitungen erfolgen.
Mit der heute verfügbaren und bereits absehbaren Leistungselektronik und Speichertechnologie wird eine Transformation zu Gleichstromnetzen stattfinden, und zwar von den unteren Netzebenen ausgehend. Solche Konzepte mit Speicher am Netzverknüpfungspunkt sind bereits für Stromtankstellen an Autobahnen in der Umsetzung und wurden für Industriebetriebe mit überwiegend frequenzgeregelten Antrieben schon praktisch erprobt. Für Kleinverbraucher bringen bekanntlich +/- 115 V DC eine wesentlich höhere Sicherheit und der Entfall elektromagnetischer Wechselfelder ist kein Nachteil. Für ohmsche Verbraucher ist die Stromart irrelevant und moderne Elektrogeräte haben alle intern einen Gleichstrom- bzw. spannungszwischenkreis. (Den Stromkrieg hatten die damals verfügbaren Technologien entschieden.) Autonome Quartierlösungen eignen sich besonders gut für Erneuerbare-Energien-Gemeinschaften Art. 22 RED II und können helfen, den Widerstand großer Teile der Bevölkerung gegen den Technologiewandel zu überwinden.
Auf den aktuellen NEP werden diese Darlegungen wenig Einfluss haben, sollen aber unbedingt bei der weiteren Strategieentwicklung für den nächsten Szenariorahmen berücksichtigt werden. Die EU muss schnellstens von Kohle-, Öl- Gas- und Uranimporten unabhängig werden. Die aktuelle Sicherheitslage und der jüngste Anschlag auf das Berliner Stromnetz erfordern höchste Resilienz kritischer Infrastruktur (ohne Großkraftwerke) und mit den heutigen technischen Möglichkeiten ein völlig anderes Netzdesign.
BürgerEnergie Thüringer Vogtland n.e.V.
Sehr geehrte Damen und Herren,
den heutigen technischen Möglichkeiten entspricht ein völlig anderes Netzdesign.
Im Interesse wirtschafts- und sozialverträglicher Stromkosten begrüßen wir die Umsetzung von uns schon lange geforderter Lückenschlüsse zur Hebung von Übertragungskapazitäten (insbesondere im 50-Hertz-Netz) und die ansonsten sehr deutliche Reduzierung einer Netzerweiterung, insbesondere eines überbordenden HGÜ-Zubaues. Leider werden die bereits begonnen HGÜ-Vorhaben nicht wenigstens von Erdkabeln auf Freileitungen umgestellt. Begründet wurden die HGÜ-Vorhaben als zwingende Voraussetzung für die Abschaltung der Kernreaktoren, was erwiesener Maßen falsch ist.
Aus explodierenden Kosten und stark sinkenden Vollaststunden von offshore-Windkraft müssen weitergehende Konsequenzen gezogen werden. Wir hatten bereits in der Vergangenheit angemahnt, dass offshore Windkraft nur vertretbar ist, wenn sie sich wirtschaftlich selbst trägt, z.B. durch direkte Nutzung wie Wasserstofferzeugung. Für den Ballungsraum Rhein-Ruhr könnte offshore-Windkraft eventuell eine Option sein, für Süddeutschland jedenfalls nicht. Mit den jetzt erreichten Nabenhöhen von WKA und bereits absehbaren 250 – 300 m Nabenhöhe kann und muss die Windkraft dort ausgebaut werden, wo der Strombedarf ist und nicht ein unsinniger Netzausbau.
Selbstverständlich ist ein starkes Übertragungsnetz für den Technologiewandel der Stromerzeugung von großem Vorteil, aber nicht zwingend. Für die Einspeisung relativ lastnaher Großkraftwerke wurde seinerzeit das 220/ 380 kV Netz notwendig. Und das europäische Verbundnetz ist das stabilste Netz der Welt. Allerdings schwindet mit dem sehr dynamischen Zubau von verzögerungsfreien Speichern (Batterien) und lastnahen Backup-Kraftwerken die Bedeutung des Höchstspannungsnetzes für die Systemstabilität. Das Argument für HGÜ-Verbindungen ist Vermeidung von Redispatch durch gezielte großräumige Übertragung. Ausgleich regionaler Erzeugungsüberschüsse mit regionalen ungedeckten Lastbedarfen zwischen sich durch Speicher selbst stabilisierenden autonomen Netzen niedrigerer Spannungsebenen kann zeitlich entkoppelt mittels Punkt zu Punkt geschalteter (AC oder DC) Höchstspannungsleitungen erfolgen.
Mit der heute verfügbaren und bereits absehbaren Leistungselektronik und Speichertechnologie wird eine Transformation zu Gleichstromnetzen stattfinden, und zwar von den unteren Netzebenen ausgehend. Solche Konzepte mit Speicher am Netzverknüpfungspunkt sind bereits für Stromtankstellen an Autobahnen in der Umsetzung und wurden für Industriebetriebe mit überwiegend frequenzgeregelten Antrieben schon praktisch erprobt. Für Kleinverbraucher bringen bekanntlich +/- 115 V DC eine wesentlich höhere Sicherheit und der Entfall elektromagnetischer Wechselfelder ist kein Nachteil. Für ohmsche Verbraucher ist die Stromart irrelevant und moderne Elektrogeräte haben alle intern einen Gleichstrom- bzw. spannungszwischenkreis. (Den Stromkrieg hatten die damals verfügbaren Technologien entschieden.) Autonome Quartierlösungen eignen sich besonders gut für Erneuerbare-Energien-Gemeinschaften Art. 22 RED II und können helfen, den Widerstand großer Teile der Bevölkerung gegen den Technologiewandel zu überwinden.
Auf den aktuellen NEP werden diese Darlegungen wenig Einfluss haben, sollen aber unbedingt bei der weiteren Strategieentwicklung für den nächsten Szenariorahmen berücksichtigt werden. Die EU muss schnellstens von Kohle-, Öl- Gas- und Uranimporten unabhängig werden. Die aktuelle Sicherheitslage und der jüngste Anschlag auf das Berliner Stromnetz erfordern höchste Resilienz kritischer Infrastruktur (ohne Großkraftwerke) und mit den heutigen technischen Möglichkeiten ein völlig anderes Netzdesign.