P716
Hybrider Interkonnektor DE-NO
Hybrider Interkonnektor Deutschland - Norwegen New
Base data
Additional information
Project description
Der hybride Offshore-Interkonnektor dient der Erhöhung der grenzüberschreitenden Übertragungskapazität zwischen Deutschland und Norwegen und der gleichzeitigen effizienten Integration von Offshore-Windenergie aus der norwegischen und deutschen Nordsee in das norwegische und deutsche Netzgebiet. Das Projekt wird im Netzentwicklungsplan 2025 auf Basis des TYNDP 2024 aufgenommen und wurde in einer Voruntersuchung zwischen dem norwegischen ÜNB Statnett und den deutschen ÜNB TenneT und Amprion im Jahr 2024 konzeptionell geprüft. Aufgrund politischer Unklarheiten in Norwegen bezüglich der Ausschreibung und Anbindung norwegischer Offshore-Windparks und weiterer Projektentwicklung von hybriden Interkonnektoren, wird die Entwicklung eines hybriden Interkonnektors zwischen Norwegen und Deutschland vorerst nicht weiter detailliert.
Der hybride Offshore-Interkonnektor verbindet einen Netzverknüpfungspunkt (NVP) zum norwegischen Übertragungsnetz im Süden Norwegens, einen norwegischen Offshore-Windpark inklusive Konverterplattform und entweder ein bestehendes deutsches Offshore-Netzanbindungssystem (ONAS) oder einen landseitigen Netzverknüpfungspunkt über eine 525‑kV‑HGÜ‑Verbindung mit 2.000 MW. In der Voruntersuchung zwischen Statnett, Amprion und TenneT wurden verschiedene Alternativen zur Anbindung von norwegischem Offshore-Wind untersucht, die im Folgenden als Maßnahmen M1159, M1160 und M1161 abgebildet sind und lediglich die Maßnahmen zum Anschluss an das deutsche Marktgebiet beschreiben. Die betreffenden Offshore-Plattformen sind multiterminalfähig auszulegen und für einen landseitigen Anschluss ist eine Onshore-Konverterstation erforderlich.
Zur Realisierung ist je Szenario eine der folgenden Maßnahmen zur Anbindung an das deutsche Marktgebiet notwendig:
- M1159: Offshore-Vernetzung zwischen Norwegen und Deutschland
- M1160: Direkte Landanbindung einer Offshore-HGÜ-Plattform in der norwegischen AWZ nach Deutschland
- M1161: Offshore-Vernetzung zwischen Norwegen und Deutschland
Measures of the planned project
Reasons for the planned project
Charakteristika des betroffenen Netzbereichs
Deutschland und Norwegen weisen komplementäre Charakteristika im Energiesystem auf. In Deutschland führen hohe Einspeisungen aus Onshore- und Offshore-Wind insbesondere in norddeutschen Regionen zu ausgeprägten Transiten in Richtung der Verbrauchsschwerpunkte in West- und Süddeutschland. Norwegen verfügt über flexible Wasserkraftwerke mit Speicher- und Regelpotenzialen und prüft die Integration zusätzlicher Offshore-Windkapazitäten, darunter Flächen in der norwegischen südlichen Nordsee. Ein zusätzlicher Interkonnektor zwischen beiden Ländern erweitert den Marktzugang zwischen zwei komplementären Energiesystemen, verbessert die Integration von Offshore-Wind für beide Länder und leistet einen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Das hybride Konzept mit einer oder zwei multiterminalfähigen Offshore-HGÜ-Plattformen ermöglicht die gleichzeitige Vernetzung eines oder zweier Offshore-Windparks mit zwei nationalen Netzen, stellt zusätzliche Handelskapazität bereit und erhöht die Betriebsflexibilität.
Netzplanerische Begründung
Infolge des erwartbaren strukturellen Wandels der Erzeugungslandschaft und des erwartbaren zunehmenden Anteils erneuerbarer Energien ist eine Erhöhung der grenzüberschreitenden Übertragungskapazitäten von Vorteil, um den Austausch zwischen Deutschland und Norwegen zu stärken, den Zugang zu gesicherter Leistung zu erweitern und die Integration von Offshore-Wind in beide Systeme zu ermöglichen. Ein positiver volkswirtschaftlicher Nutzen wurde in einer bilateralen Voruntersuchung im Jahr 2024 zwischen Statnett und Amprion und Statnett und TenneT identifiziert. Parallel ist der Bedarf im TYNDP 2024 als Projekt 1200 ausgewiesen und Bestandteil des TYNDP 2026. Die Alternativen der Voruntersuchung werden szenarienspezifisch berücksichtigt: Eine Offshore-Vernetzung zwischen Norwegen und Deutschland in den Szenarien A 2045 und C 2045 sowie eine direkte Landanbindung vom norwegischen Windpark nach Deutschland im Szenario B 2045.
Anderweitige Planungsmöglichkeiten
Als anderweitige Planungsmöglichkeiten werden von den ÜNB anderweitige Technologiekonzepte, die Gesamtplanalternative, die Instrumentarien nach dem NOVA-Prinzip sowie alternative Netzverknüpfungspunkte betrachtet. Prüfungen nach dem NOVA-Prinzip und der alternativen Netzverknüpfungspunkte sind projektbezogen und können sich daher im Umfang unterscheiden.
Anderweitige Technologiekonzepte und Gesamtplanalternative
Die vier Übertragungsnetzbetreiber haben sich im Rahmen der technischen Alternativenprüfung für eine Kombination des AC-Netzes mit der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung als Technologiekonzept entschieden. Grundsätzlich sind anderweitige Planungsmöglichkeiten auch dadurch dargestellt, dass im NEP 2037/2045 (2025), ausgehend vom genehmigten Szenariorahmen, sieben unterschiedliche Szenarien und dem folgend sieben Ergebnisnetze als Gesamtplanalternativen einander gegenübergestellt werden. In Abstimmung mit der Bundesnetzagentur werden die Ergebnisse für das in die Genehmigung des Szenariorahmens aufgenommene zusätzliche siebte Szenario (Szenario A 2037+ mit installierter Leistung von 141 GW Wind Onshore) nach dem zweiten Entwurf des NEP eingereicht und von der Bundesnetzagentur öffentlich konsultiert.
Prüfung nach NOVA
Ein witterungsabhängiger Freileitungsbetrieb (WAFB) wurde als Optimierungsmaßnahme bei den Netzberechnungen generell berücksichtigt.
Trotz der bereits erfolgten Verstärkung von AC-Leitungen in Deutschland sind weiterhin Maßnahmen notwendig, um ein bedarfsgerechtes Netz zu erzielen. Die DC-Verbindung stellt bei großräumigem Transportbedarf die nachhaltigste Lösung dar. Mit anderen Maßnahmen, insbesondere Netzoptimierungen oder Netzverstärkungen bzw. Netzausbau im vorhandenen AC-Netz, kann der mit dem Vorhaben verfolgte Zweck der großräumigen, gezielt gesteuerten Übertragung großer Leistungen und eine effiziente Nutzung der vorhandenen und geplanten Netzstrukturen technisch nicht sinnvoll erreicht werden. Die Potenziale der AC-Netzverstärkungen sind bereits weitestgehend ausgeschöpft.
Prüfung alternativer Netzverknüpfungspunkte
Alternative Netzverknüpfungspunkte werden mit den drei Alternativen in den verschiedenen Szenarien betrachtet.
Bisherige Bestätigung des Projekts
Das Projekt P716 wird im NEP 2037/2045 (2025) erstmals ausgewiesen.
Projects per region