| Bürgermeister der Inselgemeinde Langeoog | NEP

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu dem ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans 2037/2045 (2025) nehmen wir wie folgt Stellung:
Die Offshore - Netzanbindungsprojekte über die Kur- und Ferieninsel Langeoog mit einzigartiger, durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer geschützter Naturlandschaft - inmitten des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer, einer der bedeutendsten Naturlandschaften mit einzigartigem Zusammenspiel von Watt, Dünen, Salzwiesen und außergewöhnlicher Biodiversität –
sind nicht nachvollziehbar und mehr als fragwürdig. Abgesehen von den Auswirkungen, d.h. extremen Beeinträchtigungen bzw. irreparablen Schäden u.a. auf die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes, der Erholung und des Tourismus – der hier vor Ort alleinig tragende Wirtschaftsfaktor – stehen Belange des Wasserschutzes, des Trinkwasserschutzes entgegen. Die Kur- und Ferieninsel Langeoog ist für die Trinkwasserversorgung einzig und allein auf ihre Süßwasserlinsen angewiesen. Beeinträchtigungen der für Langeoog lebenswichtigen Süßwasservorkommen durch ein Queren von Netzanbindungen sind offensichtlich unverantwortlich. Der Schutz des Grundwassers und die Sicherung der Trinkwasserversorgung haben höchste Priorität.

Zudem wird verwiesen auf die Veröffentlichung des NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.:
„Energiewende auf Kosten des Wattenmeers? Ausbau von Pipelines und Kabeltrassen gefährdet UNESCO-Weltnaturerbe“
https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/wattenmeer/35171.html
„... Die Zerstörung von Dünen, Muschelbänken, Watten und Sandbänken wäre massiv – wichtige und sensible Lebensräume würden zerstört werden. Besonders Seehunde sowie Brut- und Zugvögel sind betroffen. Letztere gleich doppelt, denn sie verlieren ihren Lebensraum und würden unter der vorgesehenen Ausweitung der Bauzeitenfenster auch im Frühjahr und Herbst leiden. Genau die Zeiten, zu denen über zehn Millionen Zugvögel das Wattenmeer brauchen, um Energie für ihren Weiterflug zu sammeln.
Diese massiven Umweltschäden wurden in vorherigen Prüfungen erkannt und die Routen über … Langeoog daher verworfen. …

Keine neuen Infrastruktur-Korridore im Weltnaturerbe!
Aus Sicht des NABU müssen alternative Routen entlang der Schifffahrtsstraßen genutzt werden. Jeglicher Neubau von industrieller Infrastruktur wie Kabeltrassen und Pipelines im UNESCO-Welterbegebiet und Nationalpark ist zu vermeiden. Es wurden bereits erfolgreich Kabel und Pipelines am Rande der Schifffahrtstraßen in der Ems verlegt. Hier ist der Meeresboden durch die Vertiefung der Flüsse bereits stark geschädigt. Dieser sollte daher gezielt für den Ausbau von Kabel und Pipelines geprüft werden, anstatt im Welterbe zu bauen.“


Zudem müssen wir anfügen, dass durch die Trassen ein wichtiger Korridor für Versorgungsleitungen der Insel für Telekomunikation und Elektrizität geschlossen wird, dies wird nachteilig für die Entwicklung der Insel sein im Rahmen der Klimaneutralität und Entwicklungen von Nahwärmenetzen mit Großwärmepume aber auch die Elektrifizierung der
Schiffahrt bremsen bis unmöglich machen zumindest erheblich verteuern. Somit wird der Insel auch im wirtschaftlichen Rahmen und der Umsetzung der eigenen Klimaziele geschadet.
Daher ist von Offshore - Netzanbindungsprojekten über die Kur- und Ferieninsel Langeoog zwingend abzusehen. Diese sind aus der Planung zu nehmen und der Entwurf des Netzentwicklungsplans ist entsprechend anzupassen.

Mit freundlichen Grüßen
Inselgemeinde Langeoog
Der Bürgermeister

Veröffentlichte Mitzeichnungen

  • Birgit H.
  • Cornelia S.