| Jagdgenossenschaft Dorn-Assenheim | NEP

Stellungnahme der Jagdgenossenschaft Dorn-Assenheim gegen den Bau eines geplanten Umspannwerks in der Region Reichelsheim (61203)

Die Jagdgenossenschaft erhebt hiermit Bedenken und Einwendungen gegen das geplante Umspannwerk, welches nach derzeitiger Planung eine Inanspruchnahme von rund 30 Hektar landwirtschaftlich genutzter Ackerfläche vorsieht.
1. Erheblicher Eingriff in Lebensräume des Wildes
Das betroffene Gebiet stellt einen zusammenhängenden, ökologisch wertvollen Lebensraum für zahlreiche Wildarten dar, darunter Rehwild, Feldhasen, Niederwild sowie verschiedene Bodenbrüter. Die großflächige Versiegelung und dauerhafte Umwandlung der Flächen führt zu:
Verlust von Nahrungs-, Deckungs- und Brutflächen
Zerschneidung bestehender Wildwechsel
nachhaltiger Störung sensibler Wildarten durch Bau- und Betriebsphase
Diese Eingriffe widersprechen dem Grundsatz des Erhalts funktionsfähiger Lebensräume gemäß den Zielen des Jagd- und Naturschutzrechts.
2. Nachhaltige Beeinträchtigung der Jagdausübung
Durch den Wegfall und die Zerschneidung der Jagdflächen wird eine waidgerechte und sichere Jagdausübung erheblich eingeschränkt oder unmöglich gemacht. Insbesondere:
entstehen Gefahrenbereiche durch Hochspannungsanlagen
erhöht sich der Jagddruck auf verbleibende Restflächen
kommt es zu einer ungleichmäßigen Wildverteilung mit erhöhten Wildschäden in angrenzenden Revieren
Dies führt zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der Aufgaben der Jagdgenossenschaft, insbesondere im Hinblick auf Wildschadensverhütung und Bestandsregulierung.
3. Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen und Wildäsungsflächen
Ackerflächen erfüllen neben ihrer landwirtschaftlichen Nutzung eine wichtige Funktion als Wildäsungs- und Rückzugsflächen. Der dauerhafte Entzug von ca. 30 Hektar hochwertiger Ackerböden stellt einen nicht zu kompensierenden Verlust dar und wirkt sich negativ auf:
Wildbestand
landwirtschaftliche Betriebe
regionale Biodiversität
aus.
4. Fehlende oder unzureichende Ausgleichsmaßnahmen
Die bisher bekannten Planungen lassen keine ausreichenden und wirksamen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen erkennen, welche den massiven Eingriff in Natur, Landschaft und Jagd angemessen kompensieren könnten. Insbesondere Ersatzlebensräume gleicher Qualität und Größe sind in der Region kaum realisierbar.
5. Prüfung von Alternativstandorten
Aus Sicht der Jagdgenossenschaft ist eine ernsthafte Prüfung von Alternativstandorten zwingend erforderlich. Vorrangig sollten:
bereits versiegelte oder vorbelastete Flächen
Industrie- oder Konversionsflächen
Standorte mit geringerer ökologischer und jagdlicher Bedeutung
in Betracht gezogen werden, um den Flächenverbrauch im Außenbereich zu minimieren.
6. Fazit und Forderung
Die Jagdgenossenschaft lehnt den geplanten Bau des Umspannwerks am vorgesehenen Standort ab. Der Eingriff ist unverhältnismäßig, verursacht dauerhafte Schäden für Wild, Natur und Jagd und steht nicht im Einklang mit den Zielen einer nachhaltigen Landnutzung.