| Bernd G. | NEP
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich nehme hiermit als Bürger Stellung zum Netzentwicklungsplan Strom 2037/2025.
Beim Lesen der Unterlagen stellen sich mir mehrere grundlegende Fragen und Bedenken, die aus meiner Sicht bislang nicht ausreichend beantwortet werden.
1. Geringerer Strombedarf
Mehrere bekannte Studien kommen zu dem Ergebnis, dass der zukünftige Strombedarf deutlich geringer ausfallen könnte als im NEP angenommen. Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum diese Erkenntnisse offenbar kaum Auswirkungen auf die geplanten Netzausbauprojekte haben.
Ich erwarte eine transparente Darstellung, welche Vorhaben bei einem geringeren Bedarf wirklich noch notwendig sind und warum bereits geplante, aber noch nicht umgesetzte Projekte weiterhin verfolgt werden sollen.
2. Neue technische Möglichkeiten
Wenn der Strombedarf geringer ausfällt, stellt sich automatisch die Frage, warum neue technische Lösungen wie Großspeicher, intelligente Netze, Lastmanagement oder dezentrale Speicher nicht stärker berücksichtigt werden.
Ich habe den Eindruck, dass der Ausbau von 380-kV-Freileitungen weiterhin als Standardlösung betrachtet wird, obwohl es inzwischen moderne Alternativen gibt, die Netze entlasten könnten. Hier wünsche ich mir eine nachvollziehbare Begründung.
3. Gesundheitliche Auswirkungen
Mich beschäftigt besonders die Frage möglicher gesundheitlicher Auswirkungen von Höchstspannungsleitungen in Wohnnähe.
Ich bitte um eine klare Aussage, welche neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse es hierzu gibt und wie diese beim Ausbau bestehender Trassen durch Wohngebiete berücksichtigt werden. Der Schutz der menschlichen Gesundheit sollte aus meiner Sicht eine deutlich größere Rolle spielen.
4. Spitzenlastkappung
Nach meinem Verständnis ist die Berücksichtigung von Spitzenlastkappung gesetzlich vorgeschrieben. Für mich ist nicht erkennbar, ob und wie dies im NEP tatsächlich eingeplant wurde.
Ich bitte um eine verständliche Darstellung, welche Auswirkungen die verpflichtende Spitzenlastkappung auf den tatsächlichen Netzausbaubedarf hat.
5. Schutz der Anwohner
Wenn insgesamt weniger Netzausbau nötig ist, sollte der Schutz von Anwohnern aus meiner Sicht oberste Priorität haben.
Der Ausbau bestehender Leitungen durch reine Wohngebiete erscheint mir schwer vermittelbar, wenn Alternativen wie Parallelneubauten entlang bestehender Höchstspannungstrassen möglich wären. Diese Abwägungen sollten transparent und nachvollziehbar dargestellt werden.
6. Transparenz der Entscheidungen
Viele Entscheidungen zu Trassenverläufen und Alternativen werden sehr allgemein begründet. Begriffe wie „ungeeignet“ oder „überdimensioniert“ reichen mir als Bürger nicht aus.
Ich wünsche mir nachvollziehbare Erklärungen, warum bestimmte Alternativen verworfen und andere bevorzugt werden.
7. Kosten und Auswirkungen auf Verbraucher
Ein überdimensionierter Netzausbau belastet aus meiner Sicht die Allgemeinheit mehrfach – über steigende Netzentgelte und über staatliche Förderungen.
Deshalb sollte besonders sorgfältig geprüft werden, ob neue Leitungen und Umspannwerke wirklich notwendig sind oder ob dadurch vermeidbare Kosten entstehen.
8. Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern
Ich bin überzeugt, dass die Akzeptanz der Energiewende steigt, wenn Bürger aktiv beteiligt werden können – zum Beispiel durch die Einbindung privater Photovoltaikanlagen, Speicher und intelligenter Netze.
Solche Lösungen erscheinen mir schneller, günstiger und gesellschaftlich verträglicher als der Neubau weiterer Höchstspannungsleitungen.
9. Unabhängige Prüfung der Planungen
Da Netzbetreiber ihre Investitionen über Netzentgelte refinanzieren, sehe ich einen möglichen Interessenkonflikt.
Ich halte es für wichtig, dass die zugrunde liegenden Szenarien unabhängig und wissenschaftlich überprüft werden und dass Verbraucherinteressen dabei klar berücksichtigt werden.
10. Freileitungen und Erdkabel in Wohngebieten
Freileitungen verursachen in Wohngebieten erhebliche Belastungen – durch Lärm, elektromagnetische Felder und ihre optische Wirkung.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum beim Ausbau bestehender Trassen geringere Abstandsregeln gelten als bei Neubauten. Wenn ausreichende Abstände nicht eingehalten werden können, sollte aus meiner Sicht konsequent die Möglichkeit der Erdverkabelung genutzt werden.
Die dadurch entstehenden Mehrkosten dürfen nicht einseitig zu Lasten der Anwohner gehen.
11. Schutz kritischer Infrastruktur
Die jüngsten Stromausfälle zeigen, wie anfällig unsere Energieversorgung ist.
Ich bitte um eine klare Darstellung, wie Freileitungen – insbesondere in Wohngebieten – besser geschützt werden sollen und ob Erdkabel als weniger angreifbare Alternative ausreichend geprüft werden.
Zusammenfassend wünsche ich mir einen Netzentwicklungsplan, der stärker an realistischen Bedarfen, modernen technischen Möglichkeiten sowie am Schutz von Bevölkerung und Verbrauchern ausgerichtet ist.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd G.
ich nehme hiermit als Bürger Stellung zum Netzentwicklungsplan Strom 2037/2025.
Beim Lesen der Unterlagen stellen sich mir mehrere grundlegende Fragen und Bedenken, die aus meiner Sicht bislang nicht ausreichend beantwortet werden.
1. Geringerer Strombedarf
Mehrere bekannte Studien kommen zu dem Ergebnis, dass der zukünftige Strombedarf deutlich geringer ausfallen könnte als im NEP angenommen. Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum diese Erkenntnisse offenbar kaum Auswirkungen auf die geplanten Netzausbauprojekte haben.
Ich erwarte eine transparente Darstellung, welche Vorhaben bei einem geringeren Bedarf wirklich noch notwendig sind und warum bereits geplante, aber noch nicht umgesetzte Projekte weiterhin verfolgt werden sollen.
2. Neue technische Möglichkeiten
Wenn der Strombedarf geringer ausfällt, stellt sich automatisch die Frage, warum neue technische Lösungen wie Großspeicher, intelligente Netze, Lastmanagement oder dezentrale Speicher nicht stärker berücksichtigt werden.
Ich habe den Eindruck, dass der Ausbau von 380-kV-Freileitungen weiterhin als Standardlösung betrachtet wird, obwohl es inzwischen moderne Alternativen gibt, die Netze entlasten könnten. Hier wünsche ich mir eine nachvollziehbare Begründung.
3. Gesundheitliche Auswirkungen
Mich beschäftigt besonders die Frage möglicher gesundheitlicher Auswirkungen von Höchstspannungsleitungen in Wohnnähe.
Ich bitte um eine klare Aussage, welche neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse es hierzu gibt und wie diese beim Ausbau bestehender Trassen durch Wohngebiete berücksichtigt werden. Der Schutz der menschlichen Gesundheit sollte aus meiner Sicht eine deutlich größere Rolle spielen.
4. Spitzenlastkappung
Nach meinem Verständnis ist die Berücksichtigung von Spitzenlastkappung gesetzlich vorgeschrieben. Für mich ist nicht erkennbar, ob und wie dies im NEP tatsächlich eingeplant wurde.
Ich bitte um eine verständliche Darstellung, welche Auswirkungen die verpflichtende Spitzenlastkappung auf den tatsächlichen Netzausbaubedarf hat.
5. Schutz der Anwohner
Wenn insgesamt weniger Netzausbau nötig ist, sollte der Schutz von Anwohnern aus meiner Sicht oberste Priorität haben.
Der Ausbau bestehender Leitungen durch reine Wohngebiete erscheint mir schwer vermittelbar, wenn Alternativen wie Parallelneubauten entlang bestehender Höchstspannungstrassen möglich wären. Diese Abwägungen sollten transparent und nachvollziehbar dargestellt werden.
6. Transparenz der Entscheidungen
Viele Entscheidungen zu Trassenverläufen und Alternativen werden sehr allgemein begründet. Begriffe wie „ungeeignet“ oder „überdimensioniert“ reichen mir als Bürger nicht aus.
Ich wünsche mir nachvollziehbare Erklärungen, warum bestimmte Alternativen verworfen und andere bevorzugt werden.
7. Kosten und Auswirkungen auf Verbraucher
Ein überdimensionierter Netzausbau belastet aus meiner Sicht die Allgemeinheit mehrfach – über steigende Netzentgelte und über staatliche Förderungen.
Deshalb sollte besonders sorgfältig geprüft werden, ob neue Leitungen und Umspannwerke wirklich notwendig sind oder ob dadurch vermeidbare Kosten entstehen.
8. Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern
Ich bin überzeugt, dass die Akzeptanz der Energiewende steigt, wenn Bürger aktiv beteiligt werden können – zum Beispiel durch die Einbindung privater Photovoltaikanlagen, Speicher und intelligenter Netze.
Solche Lösungen erscheinen mir schneller, günstiger und gesellschaftlich verträglicher als der Neubau weiterer Höchstspannungsleitungen.
9. Unabhängige Prüfung der Planungen
Da Netzbetreiber ihre Investitionen über Netzentgelte refinanzieren, sehe ich einen möglichen Interessenkonflikt.
Ich halte es für wichtig, dass die zugrunde liegenden Szenarien unabhängig und wissenschaftlich überprüft werden und dass Verbraucherinteressen dabei klar berücksichtigt werden.
10. Freileitungen und Erdkabel in Wohngebieten
Freileitungen verursachen in Wohngebieten erhebliche Belastungen – durch Lärm, elektromagnetische Felder und ihre optische Wirkung.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum beim Ausbau bestehender Trassen geringere Abstandsregeln gelten als bei Neubauten. Wenn ausreichende Abstände nicht eingehalten werden können, sollte aus meiner Sicht konsequent die Möglichkeit der Erdverkabelung genutzt werden.
Die dadurch entstehenden Mehrkosten dürfen nicht einseitig zu Lasten der Anwohner gehen.
11. Schutz kritischer Infrastruktur
Die jüngsten Stromausfälle zeigen, wie anfällig unsere Energieversorgung ist.
Ich bitte um eine klare Darstellung, wie Freileitungen – insbesondere in Wohngebieten – besser geschützt werden sollen und ob Erdkabel als weniger angreifbare Alternative ausreichend geprüft werden.
Zusammenfassend wünsche ich mir einen Netzentwicklungsplan, der stärker an realistischen Bedarfen, modernen technischen Möglichkeiten sowie am Schutz von Bevölkerung und Verbrauchern ausgerichtet ist.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd G.