| Piratenpartei Deutschland | NEP
Offizielle Stellungnahme der Piratenpartei Deutschland zum
"Netzentwicklungsplan Strom 2037/2045, Version 2025, 1. Entwurf"
Der Entwurf für den Netzentwicklungsplan basiert auf dem
Szenariorahmen 2025-2037/2045, den wir bereits am 29.09.2024 als
unzureichend und vollständig verfehlt befunden haben. Mit der Fassung
als "Netzentwicklungsplan" ist daran nichts besser, sondern sogar
einiges noch deutlich schlechter geworden.
Nach wie vor wird davon ausgegangen, dass Deutschland sich
dauerhaft nicht mehr selbst mit Strom versorgen kann. Wie auf Seite 65
dargestellt, ist in allen betrachteten Szenarien ein Nettoimport von
Strom notwendig. Das ist gegenüber unseren europäischen Nachbarn
rücksichtslos, wirtschaftlich belastend und für die
Versorgungssicherheit katastrophal.
Dazu kommt, dass in der Modellierung davon ausgegangen wird, dass
die meisten europäischen Nachbarstaaten selbst eine Unterdeckung
haben werden. Lediglich bei UK und Norwegen wird durchgehend von
einer Überkapazität ausgegangen. Wobei die Kapazität in UK davon
abhängig sein wird, ob Hinkley Point C und Sizewell C halbwegs
pünktlich ans Netz gehen, wovon nach den bisherigen Erfahrungen
nicht auszugehen ist. Zudem sind die Kosten für diese beiden Projekte
bereits jetzt so aus dem Ruder gelaufen, dass dies zu hohen
Stromkosten führen wird.
Die Zahlen für Batteriespeicher sind immerhin gegenüber dem
Szenariorahmen etwas angehoben worden, aber hier wurden nur
Planungszahlen vom März 2025 verwendet, die dann auch noch klein
gerechnet wurden. Es sollte eigentlich bekannt sein, dass sich seitdem
die Zahlen für geplante Batteriespeicher extrem erhöht haben und auch
der Faktor zwischen Leistung und Kapazität deutlich gestiegen ist.
Woher bis 2037 Wasserstoffkraftwerke mit 28,7 GW oder noch mehr
Leistung kommen sollen, ist gänzlich unerklärlich. Bisher gibt es keine
geeigneten Turbinen und die Produktionskapazitäten auch für ErdgasTurbinen
sind auf Jahre ausgebucht.
Wie man auf die Idee kommt, dass Wasserstoff für 47,6 €/MWh zur
Verfügung stehen könnte, ist auch völlig unklar. Das Fraunhofer Institut
kommt im günstigsten Fall auf Werte bei ca. 130 €/MWh für
importierten grünen Wasserstoff. Die traumhaften Sprünge bei der
Elektrolysekapazität sind unrealistisch. Die tatsächlich realisierten
Projekte bewegen sich im mikroskopischen Bereich im Verhältnis zu
dem, was gewünscht wird.
So wie schon der Szenariorahmen ist auch dieser
Netzentwicklungsplan völlig untauglich, um Deutschland günstig, sicher
und sauber mit Energie zu versorgen. Im Gegenteil, wird mit diesem
Plan Energie absehbar noch deutlich teurer, die Versorgung
unzuverlässig und die Klimaziele werden mit den Wunschvorstellungen
nicht erreicht werden können. Das wiederum wird massive
Strafzahlungen nach sich ziehen, die den Haushalt weiter belasten.
Da von den falschen Prämissen ausgegangen wird, kann dieser
Netzentwicklungsplan nur zu falschen Forderungen führen - selbst,
wenn mit den Fakten sauber gearbeitet worden wäre, was leider auch
nicht der Fall ist.
Es ist kein wirtschaftlicher Mehrwert, wenn Strom über möglichst große
Strecken transportiert und dadurch teuerer wird, also lokal erzeugter.
Ein zielführender Ansatz muss sicher stellen, dass ausreichend
Kapazitäten vorhanden sind, um Deutschland zu versorgen und der
Stromhandel nur dem Marktausgleich und ggf. Sicherung in
Ausfallsituationen dient. Dabei spielen dezentrale und lokale Versorgung
mits in der Fläche verteilten Erneuerbare Energien (EE) und
Batteriespeicher auf allen Netzebenen die Schlüsselrolle.
Übertragungsnetze müssen auf das notwendige Minimum reduziert
werden.
14. Januar 2026
Guido Körber
Themenbeauftragter Energiepolitik, im Namen der
Piratenpartei Deutschland
Pugstraße 9a
10115 Berlin
"Netzentwicklungsplan Strom 2037/2045, Version 2025, 1. Entwurf"
Der Entwurf für den Netzentwicklungsplan basiert auf dem
Szenariorahmen 2025-2037/2045, den wir bereits am 29.09.2024 als
unzureichend und vollständig verfehlt befunden haben. Mit der Fassung
als "Netzentwicklungsplan" ist daran nichts besser, sondern sogar
einiges noch deutlich schlechter geworden.
Nach wie vor wird davon ausgegangen, dass Deutschland sich
dauerhaft nicht mehr selbst mit Strom versorgen kann. Wie auf Seite 65
dargestellt, ist in allen betrachteten Szenarien ein Nettoimport von
Strom notwendig. Das ist gegenüber unseren europäischen Nachbarn
rücksichtslos, wirtschaftlich belastend und für die
Versorgungssicherheit katastrophal.
Dazu kommt, dass in der Modellierung davon ausgegangen wird, dass
die meisten europäischen Nachbarstaaten selbst eine Unterdeckung
haben werden. Lediglich bei UK und Norwegen wird durchgehend von
einer Überkapazität ausgegangen. Wobei die Kapazität in UK davon
abhängig sein wird, ob Hinkley Point C und Sizewell C halbwegs
pünktlich ans Netz gehen, wovon nach den bisherigen Erfahrungen
nicht auszugehen ist. Zudem sind die Kosten für diese beiden Projekte
bereits jetzt so aus dem Ruder gelaufen, dass dies zu hohen
Stromkosten führen wird.
Die Zahlen für Batteriespeicher sind immerhin gegenüber dem
Szenariorahmen etwas angehoben worden, aber hier wurden nur
Planungszahlen vom März 2025 verwendet, die dann auch noch klein
gerechnet wurden. Es sollte eigentlich bekannt sein, dass sich seitdem
die Zahlen für geplante Batteriespeicher extrem erhöht haben und auch
der Faktor zwischen Leistung und Kapazität deutlich gestiegen ist.
Woher bis 2037 Wasserstoffkraftwerke mit 28,7 GW oder noch mehr
Leistung kommen sollen, ist gänzlich unerklärlich. Bisher gibt es keine
geeigneten Turbinen und die Produktionskapazitäten auch für ErdgasTurbinen
sind auf Jahre ausgebucht.
Wie man auf die Idee kommt, dass Wasserstoff für 47,6 €/MWh zur
Verfügung stehen könnte, ist auch völlig unklar. Das Fraunhofer Institut
kommt im günstigsten Fall auf Werte bei ca. 130 €/MWh für
importierten grünen Wasserstoff. Die traumhaften Sprünge bei der
Elektrolysekapazität sind unrealistisch. Die tatsächlich realisierten
Projekte bewegen sich im mikroskopischen Bereich im Verhältnis zu
dem, was gewünscht wird.
So wie schon der Szenariorahmen ist auch dieser
Netzentwicklungsplan völlig untauglich, um Deutschland günstig, sicher
und sauber mit Energie zu versorgen. Im Gegenteil, wird mit diesem
Plan Energie absehbar noch deutlich teurer, die Versorgung
unzuverlässig und die Klimaziele werden mit den Wunschvorstellungen
nicht erreicht werden können. Das wiederum wird massive
Strafzahlungen nach sich ziehen, die den Haushalt weiter belasten.
Da von den falschen Prämissen ausgegangen wird, kann dieser
Netzentwicklungsplan nur zu falschen Forderungen führen - selbst,
wenn mit den Fakten sauber gearbeitet worden wäre, was leider auch
nicht der Fall ist.
Es ist kein wirtschaftlicher Mehrwert, wenn Strom über möglichst große
Strecken transportiert und dadurch teuerer wird, also lokal erzeugter.
Ein zielführender Ansatz muss sicher stellen, dass ausreichend
Kapazitäten vorhanden sind, um Deutschland zu versorgen und der
Stromhandel nur dem Marktausgleich und ggf. Sicherung in
Ausfallsituationen dient. Dabei spielen dezentrale und lokale Versorgung
mits in der Fläche verteilten Erneuerbare Energien (EE) und
Batteriespeicher auf allen Netzebenen die Schlüsselrolle.
Übertragungsnetze müssen auf das notwendige Minimum reduziert
werden.
14. Januar 2026
Guido Körber
Themenbeauftragter Energiepolitik, im Namen der
Piratenpartei Deutschland
Pugstraße 9a
10115 Berlin