P642
Baltic-German PowerLink
DC-Netzausbau: Baltic-German PowerLink
Basisdaten
Weitere Informationen
Projektbeschreibung
50Hertz und die ÜNB aus Lettland und Litauen, AST und Litgrid, beabsichtigen die gemeinsame Errichtung der hybriden Offshore-Verbindungsleitung Baltic-German PowerLink. Das Projekt ist ein geplanter hybrider Interkonnektor, der neben der Bereitstellung zusätzlicher grenzüberschreitender Handelskapazitäten Offshore-Winderzeugungsleistung von mindestens 2.000 MW in baltischen Gewässern integrieren soll.
Dafür wird eine ca. 600 km lange Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ bzw. DC) durch die Ostsee aus dem Baltikum nach Mecklenburg-Vorpommern geplant. Im Südwesten Lettlands im Raum Liepāja sowie im Nordwesten Litauens im Raum Darbėnai wurden potenzielle Netzanschlusspunkte für einen Onshore‑Sammelpunkt (Hub) einschließlich Umspannwerk und Konverteranlage identifiziert. An einem dieser Standorte soll die Aufnahme und Verteilung von Offshore‑Windenergie nach Deutschland und in das Baltikum erfolgen. Die endgültige Standortentscheidung wird im Laufe dieses Jahres erwartet. Hierbei wird das Projekt in erster Linie Offshore-Windenergie aus geplanten lettischen und litauischen Offshore-Windparks (OWP) mit einer Gesamtleistung von mindestens 2.000 MW integrieren. Das Projekt integriert Offshore-Windenergie und stellt grenzüberschreitende Kapazitäten für den europäischen Stromhandel zur Verfügung.
Der hybride Offshore-Interkonnektor Baltic-German PowerLink trägt durch seine hohe Übertragungs- bzw. Austauschkapazität und die Integration von erneuerbaren Energien zur Versorgungssicherheit, zu günstigen Strompreisen sowie zum europäischen Green Deal und damit zur Erreichung der nationalen Klimaziele in allen beteiligten Ländern bei.
Das Projekt beinhaltet die folgende Maßnahme:
- M642 HGÜ-Verbindung Baltic-German PowerLink
Im Rahmen des Projektes wird folgender Suchraum definiert:
- Suchraum der Gemeinden Brünzow/Kemnitz (kurz: Suchraum Kemnitz)
Der Bedarf eines Projekts zwischen Deutschland und dem Baltikum wurde ursprünglich als Baltic WindConnector gemeinsam mit Estland und Lettland im europäischen Ten Year Network Development Plan (TYNDP 2024) als Projekt 1211 ausgewiesen. Im Laufe des letzten Jahres hat sich herausgestellt, dass Litauen und Lettland großes Interesse an der Realisierung des Interkonnektors haben. Im Rahmen der weiteren Entwicklungen wurde daher zusätzlich das Projekt 1242 Baltic Hub für den TYNDP 2026 gemeldet. Der finale Projektname lautet jetzt „Baltic-German PowerLink“. Um den veränderten Realitäten und der laufenden, bereits fortgeschrittenen Projektentwicklung des Baltic-German PowerLinks gerecht zu werden, wird das bisherige Baltisch-deutsche Interkonnektorprojekt Baltic WindConnector durch den Baltic-German PowerLink im 2. Entwurf des NEP25 konkretisiert.
Die ÜNB stehen in enger Abstimmung mit den zuständigen Ministerien. Am 18.02.2026 unterzeichneten die Energieminister der drei Länder eine Joint Declaration of Intent zum Projekt Baltic-German PowerLink, welche die nächsten Projektschritte, u.a. in Bereichen Kostenteilung und technischen Analysen, darlegt.
Die ÜNB-Kooperation baut auf einem gemeinsamen Letter of Intent auf, den die ÜNB der Baltischen Staaten und 50Hertz bereits im Mai 2023 unterschrieben hatten. Im Oktober 2024 gaben die Baltischen Staaten darüber hinaus bekannt, gemeinsam an einem Energy Hub-Projekt arbeiten zu wollen, welches eine gemeinsame Vision des gesamten Baltikums für nachhaltiges Wachstum und Energiesicherheit verkörpern soll (Baltic States agreed to work on Joint Energy Hub Project - Lietuvos Respublikos energetikos ministerija).
Darüber hinaus stellte die erfolgreiche Synchronisation von Lettland, Estland und Litauen in das kontinentaleuropäische Verbundnetz im Frühjahr 2025 ein Meilenstein für den Ostseeraum und Europa dar. Der Baltic-German PowerLink würde den nächsten Schritt zur Anbindung des Baltikums in das europäische Verbundnetz bedeuten und dieses weiter stärken.
Maßnahmen des geplanten Projektes
Begründung des geplanten Projekts
Charakteristika des betroffenen Netzbereichs
Mit dem Baltic-German PowerLink sollen Synergien aus der unterschiedlichen Erzeugungs- und Nachfragesituation zwischen Deutschland und dem Baltikum erschlossen werden. Durch die knappen Flächen, die für den Ausbau der Offshore-Windenergie in der AWZ der deutschen Ostsee zur Verfügung stehen, bietet dieses Projekt die direkte Möglichkeit, signifikante Mengen an Offshore-Windenergie aus einer ausländischen Ostsee AWZ zu erschließen. Aufgrund der niedrigeren erwarteten Leistungsdichte für Offshore Windparks im Baltikum und aufgrund der unterschiedlichen Windprofile in der Ostsee, werden zudem hohe Volllaststunden sowie eine geringe Korrelation zur Offshore-Windenergie in der Nordsee erwartet.
Netzplanerische Begründung
Der Betrieb des Projekts führt zu einer Steigerung des volkswirtschaftlichen Nutzens, welche auf den folgenden wesentlichen Effekten basiert:
- Durch die Einspeisung der Offshore-Windenergie können mehrere hundert Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr aus dem bestehenden Erzeugungsmix verdrängt werden.
- Die Umsetzung des Projekts in Form eines hybriden Interkonnektors ermöglicht eine effiziente und hohe Auslastung der Netzinfrastruktur. Damit wird zudem die Versorgungssicherheit beider Länder optimiert und die Netzregelung bei fluktuierender Windenergie optimiert.
- Die zusätzliche Handelskapazität dient zudem der Weiterentwicklung des europäischen Energiebinnenmarktes gemäß EU-Verordnung 714/2009. Zudem ist sie ein wichtiger Schritt, um das Ziel des Europarats von 15 % Interkonnektorkapazität bezogen auf die Erzeugungskapazität eines Landes zu erreichen. Als Interkonnektor trägt das Projekt somit zu günstigem Strom und Preisstabilität bei.
Der hybride Offshore-Interkonnektor wird in HGÜ-Technologie realisiert und ist für eine Übertragungskapazität von 2.000 MW ausgelegt. Die Errichtung in HGÜ-Technologie ist erforderlich, weil Übertragungsverluste über lange Distanzen reduziert werden können. Das bedeutet, dass zwingend Konverteranlagen auf baltischer sowie deutscher Seite erforderlich sind.
Bisherige Bestätigung des Projekts
Das Projekt wurde im NEP 2037/2045 (2025) erstmalig identifiziert.
Projektkarte nach Region