08.01.16 - 13:41|Bürgerinitiative „380 kV-wir wehren uns“|NEP
Betreff: Stellungnahmen zum NEP / O-NEP 2025

Netzentwicklungsplan Onshore

1. Einspruch: Gegen die Netzverstärkung Conneforde – Merzen


Begründung:
In Veranstaltungen der TenneT wurde als Begründung für die Netzverstärkung zwischen Conneforde und Cloppenburg in Verbindung mit dem Neubau einer 380-kV-Leitungstrasse von Cloppenburg nach Merzen die Versorgungssicherheit genannt. Bei der zu übertragenen Leistung von Conneforde in Richtung Merzen handelt es sich um regenerative Energien für die nach den aktuellen Regeln der Technik nicht der Versorgungssicherheitsgrundsatz (n-1) zu Grunde gelegt wird. (Wenn Windenergie nicht zur Verfügung steht erfolgt die Energieerzeugung aus konventionellen Kraftwerken an anderen Standorten)

Durch neue Technologien unter anderem dem 3 %-Ansatz, Steuerung von Verbrauchern, Stromspeichern (Batterien, Power to Gas) und Smart Grid ist ein Ausbau der Netze und damit auch der Trasse zwischen Cloppenburg und Merzen in Frage zu stellen. Mit einer Verschiebung des Netzverknüpfungspunktes aus dem Offshore Netzentwicklungsplanes von Cloppenburg in Richtung Süd (Lastschwerpunkt) entfällt der Grund für diesen Netzausbau.

Gegen den Neubau der 380-kV-Freileitungstrasse wird Einspruch eingelegt.


2. Einspruch: Grundsätzlich gegen das Planungskonzept -> Aufbau eines Gleichstromnetz

Begründung:
Aktuell werden Gleichstromübertragungen in Form von Punkt zu Punktverbindungen errichtet und betrieben. Bei jeder Umwandlung von Gleichstrom in Drehstrom und umgekehrt fallen ca. 3 % Verluste und somit pro Gleichstromverbindung 6 % Verluste an. Vorteil der Gleichstromübertragung ist eine relativ unkomplizierte und versorgungssichere Kabeltechnik, die nebenbei geringere Verluste für die eigentliche Übertragung der Energie bietet. Drehstrom lässt sich sehr viel leichter von hohen Spannungen in kleine Spannungen umwandeln und wird auch zukünftig für die Verteilung von Energie bis zum Endverbraucher benötigt.

Auf Grund der technischen Entwicklung ist es inzwischen grundsätzlich möglich analog zum 380-kV-Netz ein Gleichspannungsnetz zur Verschiebung von großen Energien zwischen Nord- und Süddeutschland zu errichten. Dadurch können Umwandlungsverluste minimiert werden. Der Gleichstrom von Offshore könnte ohne Zwischenumwandlung über das Gleichstromnetz nach Süddeutschland transportiert werden. Notwendige Leistungsschalter, Strom- und Spannungswandler sind inzwischen verfügbar. Der Neubau von 380-kV-Trassen lässt sich damit auf ein Minimum beschränken. Deutschland könnte zum Pionier für diese neue Technik werden.

Gegen den Netzenwicklungsplan in dieser Form wird Einspruch eingelegt. Das Konzept sollte übergreifen von den Übertragungsnetzbetreibern überdacht werden.


Wir bitten die Planung für das Projekt grundsätzlich neu zu überprüfen und umwelt- und bevölkerungsverträgliche Lösungen der Wirtschaftlichkeit vorzuziehen.

Mit freundlichen Grüßen

André Röckmann
2. Vorsitzender
Bürgerinitiative „380 kV - wir wehen uns“
Peterswald, Petersfeld, Falkenberg, Varrelbusch, Resthausen und Ambühren
Im Witten 17
49696 Resthausen