| Guido W. | NEP

Betreff: NEP 2037/2045 (2025)

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit ca. 2006 aktiv an den Themen Elektromobilität und Infrastrukturen beruflich und privat beteiligt und ich begrüße es, dass die Planung der Infrastruktur zu Gunsten unserer sicheren Versorgung überarbeitet wird.

Ich möchte folgende Aspekte nennen, die erhebliche Einflüsse auf diese Planung haben und bitte Sie, diese bei der Planung zu berücksichtigen:

- Ausbau erneuerbare Energien
- langfristig wird der Anteil der Erneuerbaren deutlich zunehmen und hierbei, insbesondere bei der Auslegung der Netze, muss auch die Dezentralisierung und Speicherung Berücksichtigung finden

- Energiespeicher, insbesondere auch dezentrale netzgebundene Batteriespeicher
- langfristig können dezentrale Energiespeicher, Elektrofahrzeuge einbezogen, das Netz entlasten, indem bidirektional be-/entlastet wird,
- zudem sollten langfristig alle (Batterie-) Energiespeicher (smart) in der Lage sein in Niedriglastphasen zu laden und in Hochlastphasen zu stützen,
- dies sollte auch zusätzlich motiviert werden durch smarte Tarifstrukturen

- Ladeinfrastruktur für Elektromobilität
- der Bedarfsanteil der Elektromobilität am Gesamtstrom (D) ist, bezogen auf 50Mio PKW, langfristig nur ein Tortenstück, also relativ gering
- langfristig werden viele Ladestationen von Privat bis Super-Lader Akku-gestützt arbeiten und somit Spitzenlasten vermeiden
- Fahrzeugbatteriespeicher können erheblich zur dezentralen Netzstabilisierung beitragen

- Zunehmende Zahl an Wärmepumpensystemen
- werden die Netze zunächst zusätzlich belasten, aber langfristig sehe ich , wie bei der Elektromobilität, die Kompensation durch Netz- und PV-gestützte Batteriespeicher
- die wiederum smart geladen werden, wenn Energie verfügbar ist und auch entladen werden, wenn Energie gebraucht wird, zusätzlich zu dem was die Wärmepumpen benötigen

- Energietransport über weite Strecken (Hoch- und Höchstspannungsnetz)
- halte ich nur bedingt für ein Problem, solange wir aus Süddeutschland Überschüsse nach Österreich verschenken
- Strom wird nie von einem Ende zum anderen Ende der Republik transportiert werden müssen, sondern immer nur über Teilbereiche von der Erzeugung zu den nächstliegenden Verbrauchern

- Betriebssicherheit / Ausfallsicherheit
- zur Sicherstellung der Versorgung und Reduzierung der Verwundbarkeit macht es Sinn das Höchstspannungsnetz als NETZ mit Maschen und Knoten zu nutzen und
- auf dessen Funktionen zu fokussieren,
- sowie mehr Netz-Kapazitäten unter die Erde zu verlegen

- Im Speziellen möchte ich die, im Netzverbund befindliche, Freileitung Hattingen-Linde Projekt P403 erwähnen, die als 110KV Leitung bereits heute in einigen Teilen Wohngebiete überspannt
- für diese Freileitung gibt es seitens Amprion eine Planung der Renovierung (bzw. Neubau) auf 380KV
- sofern sich diese Ausbaunotwendigkeit in Ihrer neuen Planung bestätigen sollte, was unter allen oben genannten Gesichtspunkten eher unwahrscheinlich ist,
wäre hier die Betrachtung einer Erdverlegung sinnvoll und vorrangig, insbesondere in Hinblick auf die zu erwartende Belastung der Anwohnerinnen und Anwohner durch elektrische und
magnetische Felder

Vielen Dank und
mit besten Grüßen

Guido W.

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