| Aktionsbündnis Trassengegner | NEP

Leinburg, 13.01.2026
per E-Mail an konsultation@netzentwicklungsplan.de

Konsultation Netzentwicklungsplan Strom 2037/2045 (2025), 1. Entwurf
Das Aktionsbündnis Trassengegner lehnt den Entwurf ab und fordert eine grundlegende
Änderung der Stromnetzplanung.
Netzausbau ist überdimensioniert und schadet der Energiewende
Die im Aktionsbündnis Trassengegner organisierten Bürgerinitiativen kritisieren die angebliche
Notwendigkeit überdimensionierten und überteuerten Übertragungsnetzausbaus. Der
Netzentwicklungsplan geht nachweislich von falschen Annahmen aus: Das Stromnetz soll so
weit ausgebaut werden, dass auch noch die letzte Kilowattstunde aufgenommen werden
kann. Dies ist vom Energiewirtschaftsgesetz nicht verlangt und auch nicht erlaubt.
Für eine sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung ist es zwingend notwendig,
Alternativen zum überdimensionierten Übertragungsnetzausbau Raum zu schaffen. Das
derzeit geplante Stromnetz dient nachweislich der Verstärkung des internationalen
Stromhandels (NEP S. 66), der zu wesentlichen Anteilen aus fossil-atomaren Stromquellen
gespeist wird. Dieser Ausbau und die Erweiterung des Stromhandels gehen zugunsten einiger
weniger Profiteure, gemeinwohl dienlich ist dies nicht. Eine ergebnisoffene und transparente
Diskussion um den Bedarf der geplanten Stromtrassen wurde nie geführt. Da auch nie
Alternativen geprüft wurden und die Öffentlichkeitsbeteiligung in vielerlei Hinsicht
unsachgemäß und damit auch höchst undemokratisch verlaufen ist, hält das Aktionsbündnis
Trassengegner ein Moratorium für zwingend erforderlich.
Kosten für Gleichstromtrassen (HGÜ) wie Südlink laufen aus dem Ruder
Die Verteilung der Lasten des überdimensionierten Leitungsausbaus über das Netzentgelt auf
die Schultern der Bürger ist im höchsten Maße sozial ungerecht und erhöht die sozialen
Spannungen. Die schon jetzt hohe Energiearmut wird weiter ansteigen. Mit der
Investitionssumme von 360 Milliarden Euro werden die Stromkosten für die kleinen
Verbraucher explodieren. Auch der Mittelstand wird durch diese Kosten massiv beeiträchtigt.
Überdimensionierter Netzausbau schadet der Versorgungssicherheit
Wie angreifbar die kritische Strominfrastruktur ist, haben wir in Deutschland längst erleben
müssen. Die Bundesregierung verschläft den Umbau zu einem krisensicheren System, weil sie
den Profitinteressen der Übertragungsnetzbetreiber und Projektierer Vorrang vor einer
sicheren Versorgung der Allgemeinheit mit Strom einräumt. Stattdessen setzen die politisch
Verantwortlichen auf offen liegende Strom-Pulsadern wie Südlink, Südostlink und weitere
große Trassen, die schon in der Bauphase nicht vor Sabotage geschützt werden. Die
Bundesnetzagentur versagt hier bei ihrer Kontrollfunktion. Die aktuellen Vorfälle durch
Sabotage an kritischer Infrastruktur sollten eine Mahnung an die Stromnetzausbau
Verantwortlichen sein, die offensichtlich unzureichenden und verfehlten Weichenstellungen
zu überdenken. Es klaffen massive Lücken, um Bevölkerungsschutz bei Sabotage und im
Kriegsfall zu gewährleisten. Die Planung von dezentralen, zellularen und damit resilienteren
Systemen ist überfällig und alternativlos. Eine Einteilung in Srompreiszonen würde zu einer
deutlichen Kostensenkung aufgrund von Netzausbau-Einsparungen führen. Deshalb fordern
die Bürgerinitiativen im Aktionsbündnis Trassengegner eine Neuplanung des Netzausbaus.
Netzausbau führt nachweislich zu gravierenden Umweltschäden
Die Schäden, die durch den Bau neuer Leitungen entstehen, sind massiv, wie laufende
Bauarbeiten an HGÜ-Leitungen wie Südostlink und Südlink in Bayern und Baden-Württemberg
zeigen. Folgende Schäden sind bereits jetzt zu beobachten:
● Die Bodenstruktur wird mutwillig zerstört und die Böden verunreinigt.
● Gefahr durch Ausbläser bei HDD-Bohrungen. Bei den Spülbohrungen wird Bentonit
verwendet. Bohrflüssigkeits-Rückstände treten aus den Bohrlöchern und laufen
talwärts in die Bäche. Die Rückstände ergießen sich auch in Schutzgebiete. Das
Grundwasser wird verseucht.
● Die Schäden, die für Natur und Umwelt und für die Landwirtschaft entstehen, sind
nicht abschätzbar. FFH- und Naturschutzgebiete werden nicht ausreichend geschützt.
● Bodenschutz, Gewässerschutz, Artenschutz sind nicht gewährleistet. Die Auswirkungen
der Zerstörung sind gravierend. Es handelt sich hier um Umweltstraftaten. Doch die
zuständigen Kontrollbehörden reagieren nicht.
Diese Stellungnahme ist zur Veröffentlichung im Rahmen der Konsultation NEP Strom
2037/2045 (2025) 1. Entwurf freigegeben.

Dörte Hamann
Sprecherin Aktionsbündnis Trassengegner
Für eine dezentrale Energiewende ohne überdimensionierten Netzausbau!
Mail: pressestelle@stromautobahn.de