| Stadt Schwelm | NEP
Schwelm, 5.1.2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Stadt Schwelm (NRW) beteiligt sich aktiv an der Konsultation zum Szenariorahmen des Netzentwicklungsplans, weil die vorgesehenen Ausbaupläne direkte, gravierende Auswirkungen auf unsere Stadt und deren Einwohnerinnen und Einwohner haben. Die aktuell geplante 380-kV-Höchstspannungsleitung soll quer durch Schwelm verlaufen und würde unsere Stadtlandschaft und das städtische Zusammenleben maßgeblich beeinträchtigen. Es besteht bei vielen Menschen in Schwelm Sorge um gesundheitliche Risiken, Wertverluste bei Immobilien sowie Einschränkungen der Lebensqualität.
Uns ist bewusst, dass die Verwirklichung der energiepolitischen Ziele der Bundesregierung und die Energiewende für unsere gemeinsame Zukunft unabdingbar sind und auch von uns ausdrücklich unterstützt werden. Es muss aus unserer Sicht jedoch hinterfragt werden, mit welchen Maßnahmen und in welchem Umfang diese Ziele vor Ort umgesetzt werden und welche Alternativen es geben könnte. Unser Anliegen ist es, die Interessen der Menschen in Schwelm zu vertreten und konstruktive Vorschläge für eine transparente, nachhaltige und bürgernahe Umsetzung der Energiewende einzubringen.
Die Stadt Schwelm sieht das aktuelle Verfahren zur Erstellung des Szenariorahmens kritisch. Eine zentrale Schwäche liegt darin, dass maßgebliche Grundlagen für die Planung – der Szenariorahmen – von den Übertragungsnetzbetreibern selbst entwickelt werden. Damit besteht die Gefahr eines Interessenkonflikts und einer mangelnden externen Kontrolle. Auch die bisherige Beteiligung von Bürgerinnen, Bürgern und Kommunen ist aus unserer Sicht nicht ausreichend und scheint sich im Wesentlichen auf formelle Anhörungen zu beschränken.
Zudem bestehen Zweifel an der Notwendigkeit eines so massiven Netzausbaus und der Ausgestaltung der geplanten Leitungen. Aktuelle wissenschaftliche Studien, beispielsweise der McKinsey-Studie „Zukunftspfad Stromversorgung“, zeigen auf, dass es kostengünstigere, flächenschonendere und dezentralere Wege gibt, die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen. Der Szenariorahmen bildet diese Möglichkeiten jedoch bisher nicht angemessen ab.
Zu den Auswahlkriterien und Annahmen:
Welche Annahmen bezüglich Netzbelastung, regionalem Energieverbrauch und zu erwartendem Zubau Erneuerbarer Energien liegen der Planung für unsere Region konkret zugrunde und inwieweit wurden die Optionen zur Netzoptimierung, zum Lastmanagement sowie dezentrale erneuerbare Lösungen eingehend geprüft und im Szenariorahmen berücksichtigt?
Zu Alternativen und Studien:
Warum werden die in neueren Studien (wie der McKinsey-Studie) dargestellten Alternativen, wonach mit optimierter Nutzung bestehender Strukturen Ziele kostengünstiger und nachhaltiger erreichbar wären, bislang nicht stärker in den Szenariorahmen integriert?
Wie wird erklärt, dass das bestehende Netz laut offiziellen Angaben derzeit durchschnittlich nur zu 15 % ausgelastet ist, aber dennoch neue Höchstspannungstrassen geplant werden?
Zu Transparenz und Mitbestimmung:
Welche unabhängigen Instanzen neben der Bundesnetzagentur prüfen und kommentieren die Vorschläge der Netzbetreiber zum Szenariorahmen (z. B. anerkannte Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft)?
Wie wird sichergestellt, dass die Hinweise und Einwände der Städte und Bürger tatsächlich zu Änderungen im Verfahren führen können?
Die Stadt Schwelm bittet um ausführliche, nachvollziehbare Antworten auf diese Punkte. Unser Ziel ist es, die Energiewende gemeinsam, innovationsfreundlich, transparent und bürgernah umzusetzen – damit sie sowohl den energiepolitischen Zielen der Bundesregierung als auch den Interessen der Menschen vor Ort gerecht wird.
Herzliche Grüße
Stephan Langhard
Bürgermeister der Stadt Schwelm
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Stadt Schwelm (NRW) beteiligt sich aktiv an der Konsultation zum Szenariorahmen des Netzentwicklungsplans, weil die vorgesehenen Ausbaupläne direkte, gravierende Auswirkungen auf unsere Stadt und deren Einwohnerinnen und Einwohner haben. Die aktuell geplante 380-kV-Höchstspannungsleitung soll quer durch Schwelm verlaufen und würde unsere Stadtlandschaft und das städtische Zusammenleben maßgeblich beeinträchtigen. Es besteht bei vielen Menschen in Schwelm Sorge um gesundheitliche Risiken, Wertverluste bei Immobilien sowie Einschränkungen der Lebensqualität.
Uns ist bewusst, dass die Verwirklichung der energiepolitischen Ziele der Bundesregierung und die Energiewende für unsere gemeinsame Zukunft unabdingbar sind und auch von uns ausdrücklich unterstützt werden. Es muss aus unserer Sicht jedoch hinterfragt werden, mit welchen Maßnahmen und in welchem Umfang diese Ziele vor Ort umgesetzt werden und welche Alternativen es geben könnte. Unser Anliegen ist es, die Interessen der Menschen in Schwelm zu vertreten und konstruktive Vorschläge für eine transparente, nachhaltige und bürgernahe Umsetzung der Energiewende einzubringen.
Die Stadt Schwelm sieht das aktuelle Verfahren zur Erstellung des Szenariorahmens kritisch. Eine zentrale Schwäche liegt darin, dass maßgebliche Grundlagen für die Planung – der Szenariorahmen – von den Übertragungsnetzbetreibern selbst entwickelt werden. Damit besteht die Gefahr eines Interessenkonflikts und einer mangelnden externen Kontrolle. Auch die bisherige Beteiligung von Bürgerinnen, Bürgern und Kommunen ist aus unserer Sicht nicht ausreichend und scheint sich im Wesentlichen auf formelle Anhörungen zu beschränken.
Zudem bestehen Zweifel an der Notwendigkeit eines so massiven Netzausbaus und der Ausgestaltung der geplanten Leitungen. Aktuelle wissenschaftliche Studien, beispielsweise der McKinsey-Studie „Zukunftspfad Stromversorgung“, zeigen auf, dass es kostengünstigere, flächenschonendere und dezentralere Wege gibt, die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen. Der Szenariorahmen bildet diese Möglichkeiten jedoch bisher nicht angemessen ab.
Zu den Auswahlkriterien und Annahmen:
Welche Annahmen bezüglich Netzbelastung, regionalem Energieverbrauch und zu erwartendem Zubau Erneuerbarer Energien liegen der Planung für unsere Region konkret zugrunde und inwieweit wurden die Optionen zur Netzoptimierung, zum Lastmanagement sowie dezentrale erneuerbare Lösungen eingehend geprüft und im Szenariorahmen berücksichtigt?
Zu Alternativen und Studien:
Warum werden die in neueren Studien (wie der McKinsey-Studie) dargestellten Alternativen, wonach mit optimierter Nutzung bestehender Strukturen Ziele kostengünstiger und nachhaltiger erreichbar wären, bislang nicht stärker in den Szenariorahmen integriert?
Wie wird erklärt, dass das bestehende Netz laut offiziellen Angaben derzeit durchschnittlich nur zu 15 % ausgelastet ist, aber dennoch neue Höchstspannungstrassen geplant werden?
Zu Transparenz und Mitbestimmung:
Welche unabhängigen Instanzen neben der Bundesnetzagentur prüfen und kommentieren die Vorschläge der Netzbetreiber zum Szenariorahmen (z. B. anerkannte Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft)?
Wie wird sichergestellt, dass die Hinweise und Einwände der Städte und Bürger tatsächlich zu Änderungen im Verfahren führen können?
Die Stadt Schwelm bittet um ausführliche, nachvollziehbare Antworten auf diese Punkte. Unser Ziel ist es, die Energiewende gemeinsam, innovationsfreundlich, transparent und bürgernah umzusetzen – damit sie sowohl den energiepolitischen Zielen der Bundesregierung als auch den Interessen der Menschen vor Ort gerecht wird.
Herzliche Grüße
Stephan Langhard
Bürgermeister der Stadt Schwelm