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Beitrag SNB zur Konsultation des ersten Entwurfs des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 (2025)


Sehr geehrter Herr Dr. von Sengbusch,

wir möchten uns an der Konsultation des ersten Entwurfs des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 (2025) beteiligen und übermitteln Ihnen fristgerecht in diesem Schreiben die Punkte, welche hinsichtlich der aktuellen Bedarfsermittlung und Projekten insbesondere für Stromnetz Berlin von Bedeutung sind.

Für Berlin wird in allen Planungsszenarien (NEP-Prozess und Regionalszenario / NAP 110 kV) von einem erhöhten Leistungsbezug aus dem Übertragungsnetz ausgegangen. Dieser resultiert aus der Errichtung von Elektroheißwassererzeugern (E-Heizer, Power to Heat) für die Fernwärmeversorgung zur Ablösung kohlegefeuerter Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung, der weiteren Installation von Wärmepumpen bzw. Stromheizungen im industriellen und privaten Bereich sowie der Installation von Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität, um durch Verstärkung der Sektorenkopplung den Weg hin zu einer vollständigen Dekarbonisierung zu erreichen. Zusätzlich liegen eine ganze Reihe von größeren singulären Leistungsanfragen durch Rechenzentren/Großkunden vor.

Die genannten Entwicklungen in Kombination mit der Veränderung der Fahrweise des Kraftwerksparks führt zu geänderten Rahmenbedingungen in der Last- und Erzeugungskonstellation für Berlin, die neben direkten Auswirkungen auf die Berliner Verteilnetze eine Verstärkung und einen Ausbau der HöS/HS-Netzschnittstellen erforderlich machen.

Wir hatten mit Schreiben vom 2.03.2021 unsere Sichtweise in die Konsultation des ersten Entwurfs des NEP 2035-2021 eingebracht und im Januar 2022 konkrete und ausführlich begründete Anträge zur Erhöhung der Netzkuppelkapazität zum Übertragungsnetz der 50Hertz Transmission GmbH eingereicht. In der Folge haben wir in dem jährlichen gemeinsamen Planungsprozess weitere Bedarfe beantragt, so dass inzwischen zusätzliche 380/110-kV-Transformatoren beantragt und von Ihrem Hause bestätigt wurden. Diese gemeinsame Kapazitätsplanung wird in einer gemeinsamen Transformatorenliste gepflegt und aktuell gehalten.

Wir danken Ihnen sehr, dass im aktuellen NEP des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 (2025) alle diese Projekte aufgeführt sind und Sie damit ein Stück größere Verbindlichkeit und Transparenz geschaffen haben. Die Projekte und die zugehörigen Maßnahmennummern haben wir in der Anlage zusammengestellt.

Vor dem oben bereits genannten Hintergrund steigender Leistungsanfragen hat Stromnetz Berlin ein Zuteilungsverfahren (Repartierung) für Anschlussanfragen mit einem Leistungsbedarf größer 3,5 MVA eingeführt, um die begrenzten Netzkapazitäten in den Spannungsebenen Mittel- und Hochspannung nach dem Grundsatz der Gleichbehandlung zuzuteilen. In der Zuteilungsperiode 2025 hatten Kund*innen bis zum 30.06.2025 Gelegenheit, ihre verbindlichen Anfragen für Netzanschlüsse mit einem Leistungsbedarf größer 3,5 MVA an uns zu stellen.

Insgesamt haben uns 70 Anschlussanfragen für Hoch- und Mittelspannung erreicht, mit einer angefragten Anschlussleistung von ca. 2.300 MVA. Diese Anschlussleistung beträgt ca. 110 % der heutigen Jahreshöchstlast im Berliner Stromnetz. Dies zeigt die anhaltende Nachfrage nach Leistungsbereitstellung aus
dem Stromverteilungsnetz in Berlin.

Für die weitere Leistungsbereitstellung im südlichen Netzbereich der SNB mit
den beiden derzeitigen Netzschnittstellen 380/110-kV-Mitte und 220/110-kVWuhlheide erfolgt der Netzausbau durch folgende Punktmaßnahmen von
50Hertz:

Startnetz 50Hertz-P364:
• M585TR_a: Berlin/Südost: 380/110-kV-Transformator (3x) davon 2x in
2027 für SNB und 1x 2028 für E.DIS
• M585TR_b: Berlin/Südost: 380/110-kV-Transformator (1x) IBN 2030

P531a:
• M585TR_c: Berlin/Südost: 380/220-kV-Netzkuppeltransformator (2x)
Netzverstärkungsmaßnahme P531a zugeordnet, IBN 2030

Zubaunetz P364:
• M585TR_d: Berlin/Südost: 380/110-kV-Transformator (1x) IBN wenn
Netzverstärkung P252 und P655 und 3. System Kleinbeeren-Berlin/Südost umgesetzt sind sowie UW Lichterfelde, voraussichtlich >2038 (in Abhängigkeit zu den Netzausbaumaßnahmen)

Die Errichtung des neuen 380/110-kV-Umspannwerkes Berlin-Südost, sowie die Spannungsumstellung des Freileitungsabschnittes THY bis zum neuen Standort Berlin-Südost ist bereits in der Umsetzung und 50HzT sowie SNB setzen hierzu die Maßnahmen in ihren jeweiligen Netzen eng abgestimmt um.

Für die neue Zuteilungsperiode 2026 ist es für Stromnetz Berlin von großer Bedeutung, dass auch das vorgelagerte Übertragungsnetz alle Schnittstellen bedienen kann. Es müssen so schnell wie möglich alle leistungsbegrenzenden Netzkomponente für den Bezug und die Leistungsbereitstellung im Berliner Süden
ausgebaut werden. Insbesondere ist der seitens SNB beantragte vierte 380/110-kV-Transformator im Zubaunetz berücksichtigt, aber auf der Zeitachse nicht synchron mit der derzeit prognostizierten Lastentwicklung.

Von daher begrüßt SNB alle Maßnahmen zum Ausbau des Übertragungsnetzes im Berliner Süden. Wir weisen aber darauf hin, dass die Umstellung auf 380-kV und der Ausbau so schnell wie möglich genehmigungsrechtlich und technisch umgesetzt werden sollte.

Freundliche Grüße
Stromnetz Berlin GmbH
Elmar Metten
Thomas Röstel