| Gemeinde Bad Salzschlirf | NEP

Betreff: 1. Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) Strom 2037/2045 (2025); Stellungnahme und Ablehnung des Szenarios betreffend des Gebietes der Gemeinde Bad Salzschlirf, Landkreis Fulda, Korridor DC42+

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Gemeinde Bad Salzschlirf ist durch die im Betreff genannten Projekt und Suchkorridor in erheblichem Umfang betroffen.

Als Gemeinde lehnen wir schon heute eine oberirdische Trassenführung durch unsere Gemeindegebiet und Gemarkung vollständig ab. Eine Erdverkabelung wäre aber durchaus denkbar, wenn im Vorfeld eine Beteiligung der gemeindlichen Gremien durchgeführt wird.

Durch eine oberirdische Trassenführung wäre unser Kur- und Badeort in besonderem Maße betroffen. Aktuell sind noch mehrere Windkraftanlagen um Bad Salzschlirf in der fast fertigen Planungsphase (Gemarkung Großenlüder/Eichenau sowie 5 Anlagen in der Nähe von Wartenberg) welche unseren malerischen Kur- und Badeort negativ beeinflussen aber finanziell von Bedeutung für eine finanzschwache Kommune sind. Ein Trassenkorridor für eine oberirdische Leitung würde diese Planungen zunichtemachen.

Allein aus Zielen der Energiepolitik würden die geplante Trasse diese Vorhaben zum Scheitern verurteilen und damit die Energiewende in Deutschland verhindern. Von der Sichtbelastung durch Hochspannungsmasten über, durch oder an unserem Ort ganz zu Schweigen. Dies können wir unseren Besucherinnen und Besuchern nicht verkaufen.

Ein solcher Eingriff ist als eine Art Überlastung des Ländlichen Raums und in diesem Fall einen unzulässigen Eingriff in die kommunale Planungshoheit zu werten und beschränkt uns in unseren Rechten der kommunalen Planungshoheit.

Die Gemeinde Bad Salzschlirf lehnt daher eine Trassenführung im geplanten Suchkorridor auf ihrem Gemeindegebiet kategorisch ab.

Strategisch ergeben sich aus unserer Sicht noch weitere Konfliktpunkte, welche eigentlich bekannt sein sollten:

- Heilquellenschutzgebiet
- Kein Nutzen für den Landkreis Fulda oder die betroffenen Gemeinden. Die Trasse dient ausschließlich der überregionalen Durchleitung von Strom in den Süden, ohne unmittelbare Vorteile für die lokale und regionale Wirtschaft oder Energieversorgung vor Ort.
- Eine Akzeptanz in der Bevölkerung für Windkraftanlagen ist schon schwer zu erzielen. Bei einer solchen geplanten Trasse in den betroffenen Städten und Gemeinden ist eine Akzeptanz noch völlig unklar und sehr wahrscheinlich negativ.
- Windkraftplanung – eingangs schon erwähnt!
- Der Eingriff in Natur und Umwelt. Die geplante Trasse bzw. der Suchkorridor durchquert wertvolle Naturräume. Wurde hierbei der Natur- und Artenschutz überhaupt berücksichtigt?
- Die Auswirkungen und Folgen für unseren Kur und Badeort in puncto Naherholung sind nicht zu unterschätzen: Eine Hochspannungsleitung kann die Attraktivität unseres Ortes erheblich beeinträchtigen, insbesondere durch landschaftsbildliche Veränderungen und potenzielle Beeinträchtigungen von Wander- und Radwegen. Dies wirkt sich negativ in der Bevölkerung sowie auf unseren Tourismus aus.

Für Rückfragen stehen wir jederzeit zur Verfügung und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Peter Klug