Netzentwicklungsplan 2035 (2021)

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben am 10. Januar 2020 den Szenariorahmenentwurf zum Netzentwicklungsplan (NEP) 2035 (2021) an die Bundesnetzagentur (BNetzA) übergeben. Diese hat den Szenariorahmenentwurf am 17. Januar veröffentlicht und zur öffentlichen Konsultation gestellt. Auf dieser Grundlage und nach ihrer behördlichen Einschätzung wird die BNetzA voraussichtlich im Sommer 2020 eine Genehmigung des Szenariorahmens erlassen. Die darin fixierten Annahmen sind dann die verbindliche Grundlage der Markt- und Netzberechnungen der ÜNB für den nächsten NEP.

BNetzA-Konsultation zum Szenariorahmenentwurf

Stellungnahmen zum Szenariorahmentwurf können bis zum 14. Februar 2020 bei der BNetzA abgegeben werden.

Im Szenariorahmenentwurf der ÜNB werden ausgehend vom Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2050 Annahmen zur Energielandschaft in den Jahren 2035 und 2040 getroffen: Drei Szenarien blicken auf das Jahr 2035 und ein Szenariopfad wird bis 2040 fortgeschrieben. Er berücksichtigt die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung, die zum Beispiel durch das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung sowie das Bundes-Klimaschutzgesetz definiert sind.


Der Szenariorahmenentwurf sieht in allen Szenarien einen im Vergleich zu heute steigenden Stromverbrauch vor. Dieser ergibt sich aus der zunehmenden Elektrifizierung im Wärme- und Verkehrssektor und aus dem zu erwartenden Einstieg in Power-to-X-Technologien. Auch Dekarbonisierungsmaßnahmen im Industriesektor und der durch die Digitalisierung bedingte Mehrbedarf an IT-Rechenleistungen tragen dazu bei. Zudem werden in allen Szenarien sowohl der Kernenergieausstieg bis Ende 2022 als auch der Kohleausstieg bis spätestens 2038 berücksichtigt. Zwei Szenarien sehen auch schon für das Jahr 2035 einen abgeschlossenen Kohleausstieg vor.


In Summe wird für das Jahr 2035 eine installierte Leistung erneuerbarer Stromerzeugung zwischen 235 und 276 GW angenommen (2018: 116 GW). Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch würde dann zwischen 73 und 77 Prozent erreicht haben, bei einem geschätzten Bruttostromverbrauch von 638 bis 729 TWh (2018: 595 TWh).


Als zentrale Faktoren zur Beeinflussung des Netzentwicklungsbedarfs haben die ÜNB die zukünftige regionale Verteilung von Stromerzeugern und -verbrauchern und das Einsatzverhalten von Stromverbrauchern identifiziert. Aus diesem Grund werden erstmalig die Szenarien anhand der Dimensionen Grad der Netzorientierung und Grad der Sektorenkopplung/Elektrifizierung ausdifferenziert.